Bombenfund im Reusaer Wald

Am Dienstag ist wieder einmal in Plauen eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Und nicht weit von der Stelle entfernt, wo die letzte vor einem Jahr etwa lag.

Plauen - In der Waldesruh, nahe der Kfz-Werkstatt Hartmut Balduan, schlug am Dienstag plötzlich der Metalldetektor an und wies auf einen Fund im Erdreich. Ein gefährlicher Fund wie es sich im Nachhinein zeigte. Es handelte sich um eine 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart mit zwei Zündern. Die Weltkriegsbombe war auf einer sogenannten Verdachtsfläche gefunden worden.

Eine Spezialfirma hatte im Auftrag des Kampfmittelbeseitigungsdienstes das Gebiet mit Metalldetektoren untersucht, teilte die Stadt mit. Die Ergebnisse der Erkundungen seien computergestützt ausgewertet und Verdachtspunkte fixiert worden. Auf der Grundlage dieser Untersuchungen war die Bombe ausgegraben worden.

Nur etwa einen Kilometer entfernt war vor einem Jahr ebenfalls ein Blindgänger in der gleichen Größe und mit zwei Zündern im geplanten Wohngebiet "An der Eiche" gefunden und entschärft worden. Zuvor mussten hunderte Menschen im Umfeld ihre Wohnungen und Häuser verlassen. 125 Einsatzkräfte von Stadt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort.

Der Bombenfund reiht sich ein in eine Liste vieler entdeckter Blindgänger in der Stadt. Durch die 14 Bombenangriffe zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 75 Prozent der Stadt zerstört. Im Stadtzentrum zählte man 12.600 Bombentrichter. Mit einer Bombenlast von 185,4 Tonnen auf den Quadratkilometer war Plauen eine der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands und wurde schwerer getroffen als Dresden.

"Plauen wird noch einige Bomben-Überraschungen erleben", sagte schon vor einem Jahr Joachim Auerswald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen. Die Spezialisten aus Dresden waren am Dienstag bereits am Nachmittag vor Ort. Der Blindgänger sollte noch im Laufe des Abends entschärft werden. Somit könnte am Mittwoch planmäßig Unterricht an der Schule für Lernförderung Käthe Kollwitz stattfinden, die ebenfalls im Sperrgebiet liegt.

Am Abend wurden über 1.600 Bewohner in einem Umkreis von 1.000 Meter um den Fundort in Sicherheit gebracht und der Bereich abgesperrt. Anlaufpunkt war die Plauener Festhalle, in der zahlreiche Helfer im Einsatz waren. Pflegebedürftige wurden vorübergehend in Heime und ins Krankenhaus gebracht. Das Helios Vogtland-Klinikum war von der Evakuierung nicht betroffen. M.T.