Bogenbau an Plauener Hammerbrücke

Richtig zur Sache geht es an der denkmalgeschützten Bogenbrücke am Plauener Hammerplatz. Das Industriegelände Chrieschwitzer Bahnhof ist nur einspurig erreichbar. Die Baukosten liegen bei 1,4 Millionen Euro. Bauende soll im Mai 2012 sein.

 

Plauen - Helm auf und eine kleine Baustellenführung kann starten. Vorarbeiter Thomas Funke von der WTU GmbH Tief- und Kanalbau Weischlitz ist froh über reichlich Sonne. Der Einbau von Leichtbeton geht so gleich viel leichter von der Hand. Im Moment reicht der Arm des Baggers noch, um die Masse zum Verfüllen zu transportieren. Später kommt der große Kran zum Einsatz, der weithin sichtbar von der Baumaßnahme kündet.

 

Brücke vor dem Chrieschwitzer Bahnhof wird das denkmalgeschützte Bauwerk genannt, für das seit 4. April eine Generalsanierung im Auftrag des Tiefbauamtes Plauen läuft. Von der Hammerstraße aus stellt die Brücke die Verbindung zum Industriegelände am ehemaligen Chrieschwitzer Bahnhof her. Mitarbeiter der hier angesiedelten Unternehmen von HH Baugeräte und der Sonderanlagen- und Apparatebau Tubetec, die Rippenrohre, Wärmetauscher, Luftkühler und Ölversorgungsanlagen produziert, können ihr Firmengelände im Moment nur einspurig erreichen.

Begonnen hat alles mit dem Abbruch der Brückenflügel, wie Thomas Funke erklärt. Der Bogen wurde freigelegt. Leichtbeton wird eingebaut, dann werden die Brüstung und die Überbauplatte in Stahlbeton hergestellt. Wie marode die Bausubstanz seit einigen Jahren war, lässt sich ermessen, betrachtet man die noch erhaltene alte Brückenbrüstung. Gefahr war in Verzug.

Im Moment liegen die Bauarbeiten im Zeitplan. Ende August soll der Wechsel auf die zweite Fahrspur beginnen. Bis Jahreswechsel sollen beide Fahrspuren nutzbar sein. Fertig ist der Brückenbau dann noch nicht. "2012 geht es im Bachbereich unter der Brücke weiter", erklärt Vorarbeiter Thomas Funke. Die Bogenunterseite wird saniert und mit Spritzbeton versehen. Für Ende April, Anfang Mai steht die Fertigstellung im Plan. Natürlich nur, wenn das vogtländische Wetter mitspielt.

Sondiert wurde vor Baustart eine Fahrbahnseite, um mögliche Sprengstoff-Funde auszuschließen. Das hatte seinen Grund. Denn 2008 wurde bei Ausgrabungsarbeiten an der Elster zwischen Streichhölzerbrücke und Hammerplatz eine Drei-Zentner-Fliegerbombe amerikanischer Bauart aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Der Bereich um den Fundort musste evakuiert werden, sowohl die rund 400 Anwohner als auch die ansässigen Unternehmen, wie zum Beispiel Stahlbau Plauen, Tubetec, EnviaM sowie Fernwärme Plauen GmbH, waren betroffen.  Marlies Dähn