Bösenbrunner vor Schnellschuss gewarnt

Die Eingemeindung der Gemeinde Bösenbrunn nach Oelsnitz war wieder vorherrschendes Thema zur Gemeinderatssitzung.

Schönbrunner hatten Mitte April die Initiative ergriffen und mit einer Unterschriftenaktion - über 250 Unterschriften kamen zusammen - für Aufsehen gesorgt und die Räte samt Gemeindeoberhaupt vor unerwarteten Entscheidungsproblemen gestellt - oder wie Bürgermeister Jürgen Reichelt sagte - "eiskalt getroffen".

Reichelt hatte bei der vergangenen Sitzung mit der Aussage, "ich glaube nicht, dass es dadurch besser wird", als einziger deutlich Stellung bezogen für eine Eigenständigkeit der Gemeinde. Doch die Schönbrunner Einwohner - diesmal waren 15 erschienen - mit Martina Drexler an der Spitze, ließen nicht locker und richteten ihre Kritik an die Räte, welche sich bisher mit eigenen Meinungen zurück hielten.

Da aber die gewählten Gemeindevertreter ohnehin in einer der nächsten Sitzungen nach den Sommerferien über diese Angelegenheit abstimmen müssen, kam diesmal Bewegung in die Runde. Die einfache Mehrheit würde reichen, so oder so, ansonsten könnte aber immer noch ein Bürgerentscheid die Lage ändern. Reichelt sagte, dass nach Gesprächen mit der Kommunalaufsicht, Oberbürgermeister und Amtsleiter der Stadt Oelsnitz niemand Bösenbrunn nach Oelsnitz zwingen würde und mahnte vor Schnellschlüssen.

Der Schönbrunner Abgeordnete Thomas Schönweiß will, dass die einzelnen Orte enger zusammenrücken und das Thema ausgiebig und ohne Zeitdruck diskutiert wird. Daniel Rödel aus Bobenneukirchen vermisst nach wie vor zwingende Argumente für eine Eingemeindung. Auch Peter Popp und Bernd Steudel sprachen sich für die Eigenständigkeit der Gemeinde aus, wollen aber eine Verbesserung der Zusammenarbeit.

In einer sachlichen Diskussion blieben diesmal die Emotionen außen vor. Die emotionale Beziehung dagegen und die Nähe zur Stadt können nachvollziehbare Argumente der Schönbrunner sein. Aber nach dem bevorstehenden Aus der Grundschule in Bobenneukirchen besuchen eh die meisten Kinder schon Einrichtungen in Oelsnitz.

Über die ganz am Anfang erhofften finanziellen Vorteile bei einer Eingemeindung, um eventuell notwendige Baumaßnahmen in Schönbrunn besser realisieren zu können, wurde nichts bekannt. Jürgen Reichelt betonte noch einmal, dass die Gemeinde alle rechtlichen Schritte einhalten werde, aber einen genauen Termin für die Abstimmung konnte er nicht nennen.