Bobenneukirchener Schule ist Geschichte

Aus und vorbei. Am Freitag endete in Bobenneukirchen eine Ära, die weit über vier Jahrhunderte angedauert hatte: Die Schule in Bobenneukirchen ist Geschichte.

Bobenneukirchen - Die Schule, in einer Ortschronik vom früheren und langjährigen Schulleiter Hartmund Dölling erstmals 1529 erwähnt, schloss nach der allerletzten Zeugnisausgabe für immer ihre Türen - obwohl die offizielle Schließung nach dem sächsischen Kultusministerium erst am 31. Juli erfolgt. Da die alte Schule Ende der 1970er Jahre im jetzigen Gebäude des Gemeindeamtes nicht mehr ausgereicht hatte, beschlossen die DDR-Verantwortlichen, gleich daneben im Zuge des Baus der Trinkwassertalsperre Dröda einen Neubau zu errichten. Das damals moderne Gebäude wurde nach fast zweijähriger Bauzeit im typischen Plattenbaustil Anfang 1981 eingeweiht und diente bis 1992 als Oberschule.

Danach lernten die Kinder nur noch in den Klassenstufen 1 bis 4. Seit 20 Jahren galt die Einrichtung wegen immer weiter sinkenden Schülerzahlen als "bestandsgefährdet" und wurde zum Teil nur mit Ausnahmegenehmigungen aufrecht erhalten. Eltern, Landtagsabgeordnete und die Gemeinde führten jahrelang einen erbitterten Kampf um den Erhalt ihrer Dorfschule. Am Ende vergebens. Mit einem Lied "Die Schule ist alt, das Haus ist alt ... die Schule ist für immer aus", was allerdings nicht wörtlich gemeint war, denn das Gebäude wurde in den letzten Jahren aufwendig saniert, verabschiedeten sich die Schüler nun für immer aus Bobenneukirchen.

Katrin Ebert wünschte den Kindern in ihrer Abschiedsrede für die Zukunft alles Gute. "Wir wussten seit einiger Zeit, dass dieser Tag kommt und jetzt ist es soweit. Jedes Ende ist aber auch ein neuer Anfang. Ich hoffe, wenn wir uns in der Schule am Stadion in Oelsnitz über den Weg laufen, dass ihr mich noch kennt und weiter freundlich grüßt", so die letzte Schulleiterin. Danach gab es reichlich Blumen, kleine Erinnerungsgeschenke, sowie herzliche Umarmungen.

Anwesend waren neben Bürgermeister Jürgen Reichelt und Lehrerin Cornelia Geipel, auch zwei Elternvertreter, die Horterzieherinnen mit der Leiterin der Kindereinrichtung Ines Rauchfuß und die letzte Schulsekretärin Johanna Steinhäuser. Bürgermeister Jürgen Reichelt, seit genau fünf Jahren im Amt, steht jetzt in seinen letzten zwei Amtsjahren vor einem neuen Problem. Die unteren beiden Etagen sind mit Kindergrippe, Kindergarten und Hort fast ausgelastet. Aber die komplette obere Etage steht nach der Schulschließung leer. "Das eine oder andere Nutzungskonzept schwebt mir schon vor, aber die Umsetzung wird schwierig", so Reichelt.