Blutspende in Corona-Zeiten

Die Hilferufe vor zwei, drei Wochen wurden erhört. "Wir hatten die Menschen gebeten, auch in Corona-Zeiten Blut zu spenden und viele Menschen sind unserem Aufruf gefolgt, durchaus auch viele neue Spender", schätzt Michael Pflug, Marketingchef des DRK-Blutspendedienstes in Plauen, ein.

Von Ingo Eckardt

Plauen  Die Resonanz, so Michael Pflug, sei umso erfreulicher, als dass einige Sonderspenden vor Ort in der Region weggefallen seien. So musste man darauf verzichten, in Pflegeheimen und öffentlichen Einrichtungen die Spendeaktionen durchzuführen. "Andere Sonderblutspenden haben wir aber ganz normal - selbstverständlich mit sehr intensiven Hygienemaßnahmen - durchgeführt und die Resonanz war erfreulich", sagt Pflug. Täglich seien drei Teams unterwegs, um in den Kommunen Westsachsens Blutspenden einzusammeln.
Derzeit sei das Aufkommen an Blutkonserven erfreulich gut, was aber auch damit zusammen hänge, dass Krankenhäuser versuchen, planbare Operationen weitgehend zu verschieben, um für einen sprunghaften Anstieg von Covid-19-Patienten gerüstet zu sein. "Natürlich braucht es aber für Notfall-Operationen Blutkonserven. Und auch die Plasma-Spenden sind natürlich regelmäßig notwendig. Gerade Plasma-Spenden sind derzeit eine spannende Geschichte, da auch darauf gesetzt wird, Produkte gegen das Corona-Virus aus Blutplasma zu entwickeln", schätzt Pflug ein.
Sehr dankbar zeigt sich der Blutspende-Marketingchef über den augenscheinlich großen Zusammenhalt in Krisenzeiten. "Ich bin sehr dankbar, dass die Menschen auch in schwierigen Zeiten zu uns kommen und wir hoffen, dass dieser positive Trend der letzten Wochen langfristiger Natur ist, denn natürlich müssen die verschobenen Operationen irgendwann ja nachgeholt werden. Auch im April und Mai und Juni benötigen wir weiter ausreichend Blutspenden", setzt Pflug auf eine langfristige Spendenbereitschaft der Blutspender der Region.