Blumige Kränze krönen Kürbitzer Salvatorkirche

Das Binden von Kränzen für das Erntedankfest, welches am Sonntag in der Salvatorkirche Kürbitz gefeiert wurde, hat eine lange Tradition. Am Freitag hatten sich im Kürbitzer Pfarrgarten acht kreative Frauen aus der Kirchgemeinde getroffen, um den bunten Schmuck für das Fest herzustellen.

Viel Grünzeug, frische und getrocknete Blumen sowie Ähren verschiedener Getreidearten wurden dafür benötigt. Dieses Material stammte aus den Gärten der Frauen oder wurde von Nachbarn und Bekannten gespendet. Gotthard Spranger wohnt vor Ort und kümmert sich seit Jahren, dass genügend Getreide für die Kränze und die Erntekrone vorhanden ist. In seinem Garten an der Elster bestellt er Beete mit Gerste, Hafer, Roggen und Weizen. Die Ernte nahm er selbst vor.

In mühevoller Kleinarbeit band er dann, mit seiner Frau Gudrun, aus den Halmen unzählig viele kleine Sträußchen. Ebenso schnitt er Zweige von Lebensbäumen klein, damit das Binden schneller von der Hand gehen konnte.

Gudrun Spranger gestaltet aus Leidenschaft Kränze und Erntekronen und erzählt wie sie dazukam: "Das Kränze binden wird von Generation zu Generation weitergegeben. Seit 1992 bin ich in Kürbitz mit dabei. In den Jahren vorher wurden noch Kränze in der Scheune bei Degenkolbs in Weischlitz gebunden und mit dem Auto nach Kürbitz gefahren."

Weiter erinnerte sie sich: "Mit 17 Jahren habe ich mit meiner Cousine Johanna die Erntekrone zum Beginn des Gottesdienstes in die Kirche getragen. Neben dem Taufstein befand sich ein Ständer auf dem die Krone ihren Platz fand. In den Jahren danach waren in der Kirche immer so viele Leute, dass kein Platz mehr für das Hereintragen war. Jemand kam auf die Idee, die Erntekrone aufzuhängen, damit sie jeder sehen kann." So hat sie heute noch ihren Platz, fast über der Kanzel.

Johanna Gänsrich ist ebenfalls schon jahrelang dabei und erwähnt: "Jedes Jahr sagen wir, dieses Jahr gibt es keine Blumen zum Binden, dennoch ist genug da." Über zwanzig Kränze, jeder ein Unikat und echte Handarbeit, waren fertig als der Freitagnachmittag zu Ende ging. Behutsam wurden sie in das Gotteshaus getragen und fanden ihren Platz an den Emporen und Wänden des Kirchenbaues. Selbst die Kirchenbänke wurden an den Außenseiten mit bunten Trockensträußen geschmückt.

Am Lettner, dem Trenngitter zwischen Altarraum und Kirchenschiff befinden sich in Kürbitz zum Erntedankfest noch zwei außergewöhnliche Gebinde: Das Eine ist das Christusmonogram. Es wurde aus den ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes Christus gebildet. Das Ch (X) und das R (P) aus dem kyrillischen Alphabet.

Das Andere ist das Kreuz auf der Weltkugel als Symbol der Christen. In der Gegenwart wird es als Erkennungszeichen der Evangelischen Jugend verwendet. Mit dem Erntedankfest soll daran erinnert werden, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Gott wird in den Gottesdiensten für die Gaben der Ernte gedankt.

Kalendarisch ist das Erntedankfest dieses Jahr erst am Sonntag, 4. Oktober. In Kürbitz findet es eher statt, da in den zur Kirchgemeinde gehörenden Kirchen in Thossen und Rodersdorf an den folgenden Sonntagen auch Erntedank gefeiert wird. gahei