Blockflöte in XXL in Jocketa

Das liebliche Spiel der Flöten, ebensolcher Gesang von feinen Frauenstimmen und das melodische Klingen der Orgel. Das alles gab es am frühen Samstagabend in der Jocketaer Dreifaltigkeits-Kirche zu erleben - und zu hören.

Jocketa - Dort fand die 468. Sommerliche Orgelmusik statt. Diese gestalteten das württembergisch - sächsische Blockflötenorchester unter der Leitung von Dietmar Radun, die Kantorin Birgit Seibt an der Orgel und mehrere Gesangssolisten.

Im Mittelpunkt des reichlich einstündigen Konzertes stand das Spiel der zahlreichen Blockflöten. Ein Konzert mit dieser Vielzahl an Blockflöten gibt es sonst wohl im Vogtland nicht. So war besonders deren Zusammenspiel interessant. Dies wurde einmal durch ihre Größe, aber auch die jeweilige Stimmlage geprägt.

Das größte Instrument maß 2,35 Meter. "Es ist eine Sub-Groß-Bass-Blockflöte" erklärte Dietmar Radun im Gespräch mit unserer Zeitung. Gespielt wurde sie von Elvira Schäfer. Sie ist in Aalen an der schwäbischen Alb zu Hause.

Das Flötenensemble besitzt zwar schon seit einigen Jahren den Eigennamen Württembergisch-Sächsisches Blockflötenorchester. Aber mittlerweile kommen die Mitglieder nicht nur aus den beiden Bundesländern, sondern sind bundesweit beheimatet.

Das Jahr über musizieren sie dort in den unterschiedlichsten Flötenkreisen. Dabei sind auch die Frauen um Brigitte Bigl-Radun aus dem Jocketaer Flötenkreis. Durch das Mitwirken der Japanerin Hiromi Mori erhält das Ganze sogar noch einen internationalen Anstrich.

Was fehlt dann noch in der Ensemble- Vorstellung ? Jemand, der einmal im Jahr die Regie beim Zusammenspiel der Instrumente in die Hand nimmt. Wer könnte das besser, als einer, der die Gesangsschule des Leipziger Thomanerchores durchlief und dort sogar musikalischer Präfekt war. "Das ist der Gehilfe des Thomaskantors" erklärt Dietmar Radun.

Der 68-Jährige ist seit vielen Jahren mit einer Plauenerin verheiratet und lebt in der Gemeinde Pöhl. Er war beruflich als Konstrukteur tätig, ist seit einigen Jahren pensioniert und hat seit 2013 die musikalische Leitung des Ensembles inne. Die Musiker sind im bürgerlichen Beruf Chemiker, Musiklehrer, Hausfrau - oder schon pensioniert.

Einmal im Jahr treffen sie sich an einem Wochenende in Jocketa, um zusammen zu musizieren. Wo ginge dies besser als in der traditionsreichen vom ehemaligen Jocketaer Kantor Dr. Rolf Seidel eingeführten Sommerlichen Orgelmusik. Deren jüngste Ausgabe startete mit Henry Purcells "Trumpet tune".

In Jocketa erklang auch das von Johann Sebastian Bach verfasste Allegro aus dem A-Moll-Konzert von Antonio Vivaldi. Das hatte der Leiter des Berliner Blockflötenorchesters Simon Borutzki für die Blockflöten arrangiert. Was gab es noch ? Jazzig und bluesig geprägte Stücke von Jacob Bürthel oder Glenn Shannon.

Die Vollkommenheit der Darbietung wurde vom vorzüglichen Spiel der Orgel und dem Gesang der Frauen getragen. Ein unvergesslicher Sommermusikabend ging somit über die musikalische Bühne. j.st.