Bleibt Harmona weiter in Klingenthal?

Harmona-Geschäftsführerin Gabriele Herberger wirft das Handtuch. Die Geschäfte führt nun Andreas Schertel allein. Sein Ziel: Die Akkordeonproduktion in Klingenthal halten. Dazu gibt es Gespräche mit dem neuen Investor.

Klingenthal - Von einem Paukenschlag spricht am Dienstag Andreas Schertel. Auf einer Betriebsversammlung am Vorabend sei Gabriele Herberger als Geschäftsführerin zurückgetreten. Er habe ihr für die bisherige Arbeit gedankt. Ihre Gesellschafteranteile von 20 Prozent halte sie jedoch weiter. Die restlichen Anteile von 80 Prozent hält Geschäftsführer Andreas Schertel selbst.

Er wolle nun neue Wege beschreiten mit dem Ziel, nicht nur die traditionsreiche Akkordeonproduktion aufrecht zu halten, sondern auch am Standort Klingenthal festzuhalten, erklärte Schertel am Dienstag im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. Er sei diesbezüglich in Verhandlungen getreten mit einem neuen Investor.

Das ist jenes Schweizer Unternehmen, das jüngst die Produktionsgebäude der Harmona Klingenthal während einer Auktion für 298.000 Euro, das Mindestangebot, ersteigerte. Rund 92.000 Euro Mieteinnahmen jährlich hat der neue Investor quasi mitersteigert.

Die gehen ein von den bisherigen Mietern - Harmona, Arbeitsagentur und Jobcenter. Seit 2012 war der Umzug der Harmona- Produktion von Klingenthal nach Markneukirchen ins ehemalige Musima-Gebäude geplant. Dort sei der Umbau nahezu abgeschlossen, habe allerdings Mehrkosten verursacht, wie Andreas Schertel erklärte.

Auch deshalb habe er mit dem Schweizer Investor verhandelt. Ein gemeinsames Konzept wurde entwickelt, das die Nutzung beider Gebäude, Harmona Klingenthal und Musima Markneukirchen, vorsehe. "Damit ist die Möglichkeit gegeben, dass die Akkordeonbautradition weiter in Klingenthal erhalten bleibt. Diesem Konzept muss aber die Sparkasse Vogtland noch zustimmen", so Schertel. M. Dähn