Bleibt Flut der Schwerlaster gedämmt?

Der Schwerlastverkehr in Klingenthal werde jetzt und zukünftig nicht zunehmen, finden Experten. Das ist das Ergebnis einer verkehrsplanerischen Untersuchung, die der Vogtlandkreis im November 2008 in Auftrag gegeben hat, um das zu erwartende Verkehrsaufkommen am Grenzübergang abschätzen zu können.

Das für Verkehrsplanung zuständige Unternehmen PTV Planung, Transport, Verkehr AG Dresden hat die Untersuchung durchgeführt und sei zu diesem Ergebnis gekommen, informiert das Landratsamt.

Weiterhin heißt es im Gutachten, dass gegenüber leistungsfähig ausgebauten Straßenverbindungen - wie etwa Bundesautobahn und Bundesstraßen - die grenzüberschreitende Verbindung Klingenthal-Kraslice keine Alternative für den Lkw-Transitverkehr darstelle. Das bedeute im Klartext: Lkw-Mautflüchtige werden diese Strecke nicht nutzen. Ergebnisse aus den automatischen Dauerzählstellen in Sachsen sowie zweier Verkehrserhebungen des Straßenbauamtes Plauen wurden der Bewertung zugrunde gelegt. Aus den berechneten Verkehrmengen wurde abgeleitet, dass der Grenzübergang Klingenthal im Jahr 2009 mit rund 4 500 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden und in der Prognose bis 2020 mit etwa 5 000 Fahrzeugen in 24 Stunden sich nur leicht erhöhen wird. Der Schwerlastverkehrsanteil liegt in diesem Jahr bei drei Prozent und wird sich im Prognosezeitraum bis 2020 bei vier Prozent bewegen. Dieser Anteil des Schwerlastverkehrs werde vom regionalen Wirtschaftsverkehr verursacht.

Das sei attraktiv für die Wirtschaftsregion beiderseits der Grenze und fördere das Zusammenwachsen, indem Fahrten über den Umweg Schönberg -Vojtanov oder Oberwiesenthal - Boi Dar entfallen, schlussfolgern die Fachleute.

Aus verkehrsplanerischer Sicht sei daher die Öffnung der grenzüberschreitenden Verkehrsanbindung Klingenthal-Kraslice für Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen zu empfehlen, heißt es vom Fachbüro abschließend.

Landrat Dr. Lenk: "Wir nehmen die Sorgen der Klingenthaler sehr ernst hinsichtlich der zu vermutenden Lkw-Mautflüchtigen und einem Schwerlastverkehr, der unsere Tourismus- und Ferienregion beeinträchtigen könnte. Daher haben wir die Untersuchung in Auftrag gegeben, um eine fundierte Bewertung zu erhalten. Mit diesem Ergebnis ist uns ein großes Stück Skepsis genommen, wenn Mitte des Jahres die Baumaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Kraslice wohl beendet sein werden."

Für den regionalen Wirtschaftsverkehr werde dies förderlich sein und beim Schwerlastverkehr sei darauf zu vertrauen, dass die Lkws auf den dafür gut ausgebauten Magistralen unterwegs sein werden. "Wir werden das weiterhin im Auge behalten. Sobald internationaler Schwerlastverkehr dennoch den Weg über Klingenthal nimmt, werden wir begründeterweise die verkehrsrechtlichen Anordnungen dagegen veranlassen", befand Lenk.