Blechschäden und viele Stürze durch Blitzeis

Nieselregen auf gefrorenem Boden - diese tückische Kombination hat am Donnerstag im Vogtland Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschbahnen verwandelt.

Plauen - Allein mehr als 60 Unfallmeldungen gingen bei der Polizei in Zwickau in den Morgenstunden ein. Vor allem in Auerbach, Plauen, Falkenstein, Reichenbach und Elsterberg habe es viele Unfälle gegeben, sagte Polizeisprecher Jan Meinel. Die Polizei war im Dauereinsatz. Zwischen Mitternacht und den Vormittagsstunden registrierte sie mehr als 100 Zusammenstöße. Überwiegend blieb es bei Blechschäden. Deren Summe beläuft sich auf mehr als 150 000 Euro.

Etwa eine Handvoll Menschen habe leichte Blessuren erlitten. So kam in Plohn eine Frau mit ihrem Wagen von der Straße ab und fuhr gegen mehrere Bäume. Sie selbst wurde leicht verletzt. Im Neumarker Ortsteil Reuth rammte ein Lastwagen einen Strommast. Die Feuerwehr musste den beschädigten Mast notdürftig sichern. Auf der A 72 in Burgstein rutschte ein Laster in den Straßengraben und musste mit schwerem Gerät geborgen werden. Der Fahrer blieb unverletzt.

Auch Fußgänger hatten mit dem Glatteis zu kämpfen. In der Notaufnahme des Helios Vogtland-Klinikums Plauen hatten die Unfallchirurgen alle Hände voll zu tun. "Bis 13.30 Uhr wurden fast 100 Glätteopfer, die Prellungen und Knochenbrüche erlitten hatten, behandelt, darunter auch viele, die operiert werden mussten", sagte Kliniksprecherin Annett Lott. "Das war der schlimmste Zustand seit zehn Jahren", fügte sie hinzu.

In Teilen des Landkreises konnten in den Morgenstunden einige Schulbusse nicht oder nur mit Verspätung fahren. Im Berufsverkehr verspäteten sich Nahverkehrsbusse. Zeitungszusteller und Fahrer hatten ebenfalls mit großen Problemen zu kämpfen. Mancherorts konnte die Zeitung nicht zur gewohnten Zeit ausgeteilt werden.

"In den vier Straßenmeistereien des Vogtlandkreises war der Winterdienst mit 28 Fahrzeugen unterwegs. Alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten waren im Einsatz", so Dietmar Rentzsch, Amtsleiter im Kreisbauamt. Gefordert war nach dem Blitzeis auch der Rettungsdienst. "Bis in den Nachmittag wurden 119 Einsätze, davon rund 70 wegen Glatteis gefahren", sagte Jens Leistner, Leiter des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen. "Hinzu kamen noch 120 reguläre Krankentransportfahrten." Der Wetterdienst warnt, auch am Freitag könne es durch überfrierende Nässe wieder glatt werden. M. T.