Blauer Trabant rollt durch DDR

Plauen Das Vogtlandtheater Plauen unternahm am Donnerstagabend eine Zeitreise in die DDR. Stationen waren die Bühnen von Kulturhäusern, Veranstaltungshallen und überall dort, wo die Stars von damals ihre Stimmen erklingen ließen. Los ging es mit der "Mokka-Milch-Eisbar" von Thomas Natschinksi. Mit dem Hit von 1970 setzte der Künstler der Kult-Eisdiele in Berlin ein Denkmal, das noch heute für Begeisterung sorgt.
Die Tour führte mit einem "Himmelblauen Trabant" aus den 50ern mit Bärbel Wachholz und ihrem Erfolgsschlager "Damals", gesungen von Julia Hell, über die von Marcel Kaiser gebotenen "Twist im Park" aus dem Jahr 1964 und Lippis "Erna kommt" (1985) bis zu "Looking for Freedom" und dem "Traumpaar", einer der Hits von "Silly" aus dem Jahr 1993.
Einige der größten politischen Lieder der DDR-Kultur vervollkommneten die Songfolge. Sabrina Pankrath überzeugte mit "Sind so kleine Hände" und gemeinsam mit Johanna Franke und Gerrit Maybaum, mit dem nachdenklichen Lied über eine missglückte Flucht "Rockballade vom kleinen Otto". Rio Reiser hatte drei Wochen vor seinem Tod im Plauener Malzhaus seinen letzten Auftritt. An dieses Ereignis erinnerte Moderator Daniel Koch und nach Renft folgte "Der Turm stürzt ein".
Der himmelblaue Trabant des Theaters war bis in die Wendezeit gefahren und ein Medley aus Liedern jener Zeit sorgte für Begeisterung. Welthits von David Hasselhoff, Neil Young und Roger Waters (Pink Floyd) ließen Erinnerungen wach werden. Bereits in den Titeln zuvor war Johanna Franke durch ihr Kostüm aufgefallen. Auch spielte sie eine etwas "andere" Interpretin. Die junge Schauspielerin war in die Rolle von Nina Hagen geschlüpft. Mit Ukulele und dem Titel "Erfurt & Gera" stand sie als die "Godmother of Punk" auf der Bühne. Das Publikum war begeistert. Standing Ovation folgten und die Künstler gaben zwei Zugaben. Marcel Kaiser ließ "Erna" nochmals kommen und an den "kleinen Otto" wurde ebenfalls zum zweiten Mal an diesem Abend erinnert.
Mit der musikalischen Reise durch den Osten im "Himmelblauen Trabant" zeigte das Theater Plauen-Zwickau im Malzhaus eine lockere Tour durch die Zeit. Die Künstlerische Leitung hatte Generalintendant Roland May und die Musikalische Leitung lag in den Händen von Bandchef Dominik Tremel.
Die Aufführung am Samstag wird durch die Evakuierungsmaßnahme im Stadtzentrum auf den Sonntag verschoben. Am 19. Juli rollt die "Pappe" um 16 und 20 Uhr durch das Malzhaus. gke