Bisher kälteste Nacht des Winters in Plauen

Plauen - Noch immer sorgen die Schneemassen in ganz Plauen zu erheblichen Behinderungen. Nun kommt auch noch strenger Nachtfrost mit zweistelligen Minuswerten dazu. Trotz der Straßenverhältnisse soll am Montag regulär die Schule wieder beginnen.

 

Die Nacht zum Mittwoch war in Plauen die bisher kälteste in diesem Winter. An der Plauener Wetterstation sind minus 18,7 Grad gemessen worden, sagt Wetterexperte Manfred Bock. Ein neuer Rekord sei damit aber nicht aufgestellt worden. Es war schon mehrfach kälter, so Bock. Auch wenn es zu Silvester wieder etwas milder werden soll, Bock glaubt nicht, dass sich Tauwetter einstellen wird. Laut den Wetteraufzeichnungen der letzten Jahrzehnte setzt meistens erst Ende Januar eine längere Tauperiode ein. Für den Plauener ist das aktuelle Wetter besonders interessant, sagt er.

Über 100 Verwarnungen

 Nicht alle Plauener kommen ihrer Räum- und Streupflicht nach und halten sich an die städtischen Regeln. In diesem Winter sind bereits mehr als 100 Haus- und Grundstücksbesitzer von der Stadt angeschrieben und zur Winterwartung aufgefordert worden. Kommt ein Eigentümer seinen Verpflichtungen nicht nach, muss er mit einem Bußgeld rechnen, sagt Kerstin Schicker, Leiterin des Tiefbauamtes. Kontrolliert wird die Räumpflicht unter anderem von den Mitarbeitern der Bußgeldstelle.  Bislang mussten für die Beseitigung der Schneemassen von der Bußgeldstelle zwei Fahrzeuge in der Stadt umgesetzt werden. "Ansonsten sind wir bestrebt, die Fahrzeughalter zu ermitteln und zu erreichen, dass diese ihre Fahrzeuge wegfahren können. Die Mitarbeiter verwarnen nur dort, wo es unbedingt notwendig ist, also die ganz unvernünftigen Fahrzeugführer", so Margit Kleinhempel von der Bußgeldstelle.

THW zieht Bilanz

 Bilanz hat gestern das Technische Hilfswerk Plauen (THW) über den Einsatz bei der Plauener Straßenbahn gezogen. Insgesamt 48 Einsatzkräfte aus sechs Ortsverbänden waren von Sonntag bis Dienstag damit beschäftigt, den Straßenbahnbetrieb wiederherzustellen. Nach den kräftigen Schneefällen an Heiligabend war der gesamte Fahrbetrieb zum Erliegen gekommen. Hilfe bekam das THW auch von Kollegen aus Rudolstadt, Weiden, Bayreuth, Kulmbach und Pegnitz. Neben den Schneemengen hätten auch parkende Fahrzeuge Probleme bereitet. In den drei Tagen sind fast 17 Kilometer Schienennetz wieder betriebsbereit gemacht worden. Bei der Plauener Straßenbahn soll heute auch die Linie Richtung Reusa wieder ihren Betrieb aufnehmen, sagt Straßenbahn-Geschäftsführerin Babara Zeuner. Weiter problematisch sei die Situation auf den Gleisen Richtung Plamag. Hier könnten frühestens am Freitag die ersten Bahnen wieder fahren, sagt Zeuner.

Schulstart wie geplant

 Den Schulbeginn am Montag behindert das Wetter derzeit nicht. Die Schulwege werden momentan für den Schulstart vorbereitet, teilt die Stadt mit. "Nach dem aktuellen Stand und der jetzigen Wetterlage, können wir davon ausgehen, dass alle Schüler ihre Schulen pünktlich und sicher erreichen werden", sagt Peter vom Hagen, Betriebsleiter der Gebäude- und Anlagenverwaltung Plauen (GAV).

Neuer Schneelagerplatz

 Der Schnee wächst dem Winterdienst langsam über den Kopf. Die beiden Schneelagerplätze an der Hohen- und der Wielandstraße sind komplett voll. Meterhoch stapelt sich der Schnee hier. Für die weitere Ablagerung wurde gestern eine brachliegende Fläche an der Böhlerstraße vorbereitet. "Für die spontane Bereitschaft durch das Toyota Autohaus Geipel, auf der privaten Fläche Schnee ablagern zu können, möchte ich mich ganz herzlich bedanken", sagte Bürgermeister Manfred Eberwein. "Die Verfügbarkeit dieser zentral liegenden Fläche, ist uns eine große Hilfe." Eberwein wies noch einmal darauf hin, dass Anwohner Eigeninitiative zeigen sollen und Parkplätze freischaufeln sollen. Folgende Tipps gibt er mit auf den Weg: "Bitte wählen Sie als Ablageplatz einen bereits vorhandenen Schneeberg, um einen besseren Abtransport zu ermöglichen." Auf Grund der Situation, dass viele Fahrzeuge die Straßenränder "zuparken" sei der Schneeabtransport nicht möglich. Wir werden Schnee dort abtransportieren, wo dies partiell möglich ist, daher ist eine gesammelte Schneeablage sinnvoll, so Eberwein.

Kaum noch Streugut

 Weiter kritisch ist die Streusituation. Der Straßenbauhof verfügt nur noch über eine geringe Menge an Streugut. Etwa noch 250 Tonnen liegen im Lager. "Derzeit ist eine Nachlieferung nicht möglich, wir rechnen damit, dass wir in der ersten Januarwoche unsere Lager wieder füllen können", sagt Peter vom Hagen. Die Reserven werden für Notsituationen wie Blitzeis und besonders gefährliche Straßensituationen vorgehalten. Die Einsatzkräfte des städtischen Winterdienstes sind auch über die Feiertage im Einsatz, heißt es aus der Stadtverwaltung.                                   

 

Von  Martin Reißmann