Bischof im Stadion

Ein Open-Air-Gottesdienst unter Corona-Bedingungen fand gestern dort statt, wo sonst der VfB Auerbach spielt. Tobias Bilz hielt die Predigt - zum ersten Mal im Vogtland.

Von Hagen Hartwig

Auerbach - Wäre Corona nicht in unser Leben gekommen, hätte Auerbach am vergangenen Wochenende tüchtig gefeiert. Das große Stadtfest stand im Veranstaltungsplan der Drei-Türme-Stadt. Doch der Virus machte auch diesem Fest ein Strich durch die Rechnung. Bis auf einen traditionellen Programmpunkt: dem jährlich zum Auerbacher Stadtfest integrierten Open-Air-Gottesdienst. Dieser fand am Sonntag statt und feierte dabei sogar eine Premiere: er wurde erstmals im VfB-Stadion gefeiert. Hunderte Sitzplätze standen dort zur Verfügung. Selbstverständlich alle unter Beachtung strenger Hygiene-Regeln.
"Wir wollten auf unsere ökumenische Andacht im Sommer nicht verzichten und suchten nach einer Alternative", so Johannes Kaufmann. Der Pfarrer der Kirchgemeinde Rebesgrün/Reumtengrün kam daher auf die Idee, den Gottesdienst im Fußball-Stadion zu organisieren. Zu Hilfe kamen ihm dabei sein sportliches Faible. "Ich bin Freizeitsportler und trainiere beim VfL Reumtengrün den Fußball-Nachwuchs. Daher habe ich auch gute Kontakte zum VfB-Management", berichtet Pfarrer Kaufmann.
Recht schnell kam man ins "Geschäft". VfB, Stadtverwaltung und das Gesundheitsamt gaben ihr ok. Damit der erste Open-Air-Gottesdienst im Stadion eine sportliche Note bekam, erhielt er das Motto "Lauf für Dein Leben". Die Predigt hielt der seit März im Amt befindliche Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen Tobias Bilz. Mit dem Besuch in Auerbach absolvierte der Bischof gleichzeitig seinen ersten Besuch im Kirchenbezirk Vogtland. Begrüßt wurde das Kirchenoberhaupt nicht nur von den vielen Gottesdienst-Besuchern sondern auch von Auerbachs stellvertretendem Oberbürgermeister Joachim Otto, Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler sowie VfB-Manager Volkhard Kramer.
Sowohl Bischof Bilz als auch die vielen Besucher des Gottesdienstes lobten die optimalen technischen Bedingungen im VfB-Stadion. Auf den drei Tribünen fanden die Zuhörer, der Chor, eine Kirchenband und der Posaunenchor unter Beachtung der gebotenen Abstandsregel Platz. Auf der neu im Stadion installierten LED-Wand wurden zum Gottesdienst passende Videosequenzen und Textbotschaften präsentiert. Großes Interesse zeigte das Kirchenoberhaupt für den Auerbacher Fußball. Mit VfB-Manager Volkhard Kramer tauschte Bischof Bilz am Rande der Veranstaltung jede Menge Insider-Fachwissen aus der Welt des Fußball saus. "Ich spiele selbst sehr gern", betonte der sportliche Bischof.