Bio iss besser? - aber nicht unbedingt!

Mit dem Trend gehen, das Thema steht im Parkhotel Plauen ganz oben auf der Speisekarte. Denn im gemütlichen Restaurant des Hotels und der Friesischen Botschaft gibt es auf vielfältige Weise Steaks, knackige Salate und Meer, nämlich küstentypische Fischgerichte. Bei all der Abwechslung darf natürlich die traditionelle Küche nicht fehlen. Um stets was Neues zu kreieren, versuchte man sich auch am Trend der Bio-Kochkunst.

 "Vor zwei Jahren schienen Bio-Lebensmittel der Impuls der Zeit zu sein, die Nachfrage danach in der Gastronomie stieg", so Udo Gnüchtel, Inhaber des Parkhotels. "Also wollten wir das auch mal ausprobieren. Auch weil eine kleine Zahl unserer Kunden gegen bestimmte Inhaltsstoffe empfindlich reagierten, die in konventionellen Gerichten nunmal enthalten sind, wollten wir unseren Gästen mit Alternativen entgegenkommen - zumal unser Haus für Neues generell offen ist", so Gnüchtel weiter.

 Eine Option war schnell gefunden. Bauernhöfe mit Bio-Siegel, vorwiegend aus Sachsen, belieferten fortan das Parkhotel mit Frischfleisch in Bio-Qualität. Sauerbraten, Schweinefilet und Hühnerbrust, um nur einige Fleischsorten zu nennen, konnten dann aus ökologischem Anbau von der vielfältig bestückten Menükarte bestellt werden. Überraschend und für Chef und Personal unvorhersehbar traten beim Gast, aber auch in der Küche, Unstimmigkeiten durch die Bio-Lebensmittel auf. Durch den Verzicht jeglicher Zusatzstoffe sieht Fleisch und Gemüse aus ökologischem Anbau schon einmal nicht so aus, wie es alle kennen. Die Farbe des Fleisches variiert von Stück zu Stück, auch die Größe des Bruststückes ist von der Natur und nicht von der Maschine bestimmt. Dann kommt hinzu, dass Tomaten und Gurken nicht immer den vollen Geschmack haben, wie man ihn kennt. Jeder, der im Garten selbst anbaut, weiß, dass Gemüse schmecken kann, aber manchmal findet man eben auch einzelne Stücke, die fad oder bitter schmecken. "Das ist nunmal die Natur. Wir können nun aber nicht vorkosten. Und so wurden Stimmen unter unseren Gästen laut, dass das Fleisch eben zäh schmecke" erklärt Udo Gnüchtel.

 Ebenfalls bei der Vor- und Zubereitung der Speisen war Einfallsreichtum bei Küchenchef Nico Grünert gefragt. "Wenn man zum Beispiel Hühnerbrust im Menü hat, heißt das, man bestellt beim Bauernhof ein ganzes Bio-Huhn, benötigt dann aber nur zwei Brüste. Was macht man mit dem Rest? Neben Kindertellern aus Hühnerschenkeln, Geflügelbrühe und Personalessen blieb am Ende immer noch zu viel "Bio-Huhn" übrig. Und die Nachfrage nach Geflügelbrühe hielt sich auch in Grenzen.

 "Bio ist nicht unbedingt teurer als konventionelle Waren, berücksichtigt man aber, dass man vor allem in der Gastronomie alle Produkte verkaufen müsste, lohnt sich Bio für uns nicht in jedem Fall" resümiert der Gastronom.  Jedoch ganz verzichtet das Hotelrestaurant nicht auf Bio-Kost. Auf dem Frühstücksbüfett tummeln sich jeden Morgen frische Eier von glücklichen Bio-Hühnern aus Mechelgrün. Auch Wildkräuter aus Mecklenburg-Vorpommern werden regelmäßig schnittfrisch ins Parkhotel geliefert und verdienen sich ganz besonderer Gaumenfreuden, zum Beispiel beim Wildkräutersalat. "Wir als Hotel müssen im Bezug auf Bio genau abwägen, was wird verlangt und was rentiert sich. Stets sind wir auf der Suche nach neuen Gerichten und wenn es funktioniert, dann ist da auch immer eine gewisse Portion an biologisch angebauten Produkten mit dabei", betont Udo Gnüchtel und verweist auf das kommende Event im Hotel: In den nächsten Wochen, vom 15. bis 28. Juni, sorgen Fleisch, Fisch und Bio-Huhn - kombiniert mit aromatischen Wiesenkräutern unter anderem aus Melde, Malve und Sauerklee - für intensive und überraschende Geschmackserlebnisse bei den Wildkräuterwochen.  niseki