(Bio)Gas geben beim Strom

Die Stadtwerke Reichenbach liefern 100 Prozent "grüne" Elektroenergie. Und das ist nicht das letzte Wort in Sachen "Umweltfreundlichkeit".

Reichenbach - Gerade wurde eine Solar-Anlage auf zwei Rinderställen in Oberheinsdorf in Betrieb genommen - es ist die dritte Anlage in Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft Reichenbach: Die Kooperation führt zu umweltfreundlichem Sonnenstrom - und noch mehr: 
Die Bauern schicken per kilometerlanger Rohrleitung Biogas aus Gülle zu einem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke: Daraus entsteht Strom und Wärme. "Wir wollen im Oktober ein zweites Biogas-Blockheizkraftwerk in Betrieb nehmen", sagt Lars Lange, der Geschäftsführer der Stadtwerke
Sonne, Biogas und skandinavischer Wasserkraft: Nach Langes Angaben bieten die Stadtwerke ausschließlich Strom an, der zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gewonnen wird - deutschlandweit sind es nur 40 Prozent. "Dabei ist unser grüner Strom nicht teurer."
Die Stadtwerke wollen künftig auch privat erzeugten Solarstrom auf- und weiterverkaufen. Windstrom spiele dabei keine Rolle - "wir haben keine Windräder".
Am Klimawandel besteht Lange zufolge kein Zweifel - die Durchschnittstemperatur im Vogtland ist in den letzten Jahren um zwei Grad gestiegen. Auch deshalb komme man um die Energiewende nicht herum. "Allerdings halte ich das Abschalten der Atomkraftwerke für überstürzt."
Gleichwohl würden die Stadtwerke ihren Beitrag leisten, dass Reichenbach gut abschneidet beim Bemühen, den goldenen "Energie-Award" zu bekommen - als Zeichen, die energiepolitischen Zeichen der Zeit verstanden zu haben. "Wir befinden uns im Spannungsfeld zwischen Gewinnerzielung und Gemeinwohlorientierung. Jedes Jahr führen wir 500 000 Euro Gewinn an die Stadt Reichenbach ab. Von jedem im Unternehmen umgesetzten Euro bleiben fast 38 Cent im Vogtland."
Wie Lange in einem Pressegespräch weiter betonte, will er sein Unternehmen mehr Richtung Dienstleister entwickeln: "Wir bieten Heizungen an, die man mieten kann, geplant ist so etwa auch mit Solaranlagen samt Speichern oder mit Ladestationen für Privat-Pkw."
Wer sich über die Stadtwerke informieren will, ist bei Info-Tagen richtig, wie am 6. April, wenn es um "e-Mobilität" geht und 50 Teilnehmer einer Elektroauto-Rallye Station in der Neuberinstadt machen. 
Die Stadtwerke mischen auch kulturell in der Region mit - als Premium-Sponsor von Rock-Classics am 8. Juni an der Göltzschtalbrücke oder als Unterstützer der vom 29. Juni bis 7. Juli geplanten "Kleinen Gartenschau" in Reichenbach. ufa