Bester des halben Vogtlands

Der beste junge Vorleser des halben Vogtlandes heißt Luca Reiher, ist zwölf Jahre alt, wohnt in Markneukirchen und besucht das dortige Gymnasium.

Von Hagen Hartwig

AuerbachDer spannende Wettbewerb im Vorlesen ging am Samstag in Auerbachs Göltzschtalgalerie Nicolaikirche über die Bühne. Teilgenommen haben vogtländische Oberschüler und Gymnasiasten der Klassenstufe sechs. Eine strenge Jury hörte aufmerksam zu, wertete und kürte den Sieger. Luca hat sich nun für den Bezirkswettbewerb der Vorleser qualifiziert, der am 14. März ebenfalls in Auerbach stattfinden wird.
Vorlese-Wettbewerbe haben in der Drei-Türme-Stadt eine lange Tradition. Gemeinsam mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels werden die jährlichen Wettkämpfe durch Auerbachs Stadtbibliothek, dem Fachgeschäft Buch&Kunst sowie der Göltzschtalgalerie auf die Beine gestellt. "Wir sprechen damit Schüler der Klassenstufe sechs an und wollen ganz einfach die Lust am Lesen wecken", erklärte Buchhändlerin Cornelia Horn.
Elf Teenager stellten sich diesmal der Jury. Die Jugendlichen aus Auerbach, Reichenbach, Falkenstein, Klingenthal, Neumark, Lengenfeld, Netzschkau und Markneukirchen hatten sich zuvor in ihren Schulen für die Teilnahme qualifiziert. Zunächst präsentierten die Vorleser ihr Lieblingsbuch. "Drei Minuten laut und möglichst ohne Fehler vor einem großen Publikum und der Jury vorzulesen, ist ganz schön schwer", berichtete Danielle Muck, eine Oberschülerin aus Reichenbach. Im zweiten Durchgang wurde es noch komplizierter. Die Teilnehmer bekamen die Aufgabe, aus einen ihnen unbekannten Buch zu lesen. "Wir haben dazu den Titel - Die beste Bahn des Lebens - von Anne Becker ausgesucht. Der Roman für Kinder ist neu auf dem Markt, keiner der Teilnehmer kannte das Buch", versicherte Jurymitglied Cornelia Horn.
Aufmerksam verfolgte die Jury die Vorträge der Vorleser. "Wir achten auf Textgestaltung, Betonung, flüssiges Lesen aber auch auf die Körpersprache", erklärte Bernd Schädlich, Jurymitglied und freiberuflicher Moderator. Der Wettbewerb verlief in konzentrierter und spannender Atmosphäre. Das Geschehen verfolgten im Publikum Eltern, Lehrer und Freunde.
Den Sieg geschafft hat Luca Reiher. Der selbstbewusste 12-Jährige ging ruhig und gelassen in den Wettbewerb und bekam am Ende die meisten Stimmen der Jury. "Verdient! Luca hat gut gelesen, sein Buch überzeugend präsentiert und auch den unbekannten Text bestens gemeistert. Das war alles richtig gut", lobt Jurymitglied Dr. Frieder Spitzner.
Luca war mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder Max nach Auerbach gekommen. "Ich lese meinem fünfjährigen Bruder jeden Abend etwas vor. Meine Lieblingsbücher müssen spannend sein", berichtet Luca, der aber auch Spaß am Sport hat.
"Ich spiele Fußball, schwimme und fahre gern Rad", so Luca, dessen Berufswunsch schon jetzt feststeht: "Lehrer für Mathematik!" "Luca hat sich mit seiner guten Leistung für den Bezirks-Vorlesewettbewerb im März qualifiziert", so Bibliothekarin Tanja Rether. Sollte er diesen auch wieder gewinnen, geht es einige Woche später zum sächsischen Landeswettbewerb in die Nähe von Chemnitz . Viel Glück, Luca!