Bergsicherung in Plauen aktiv

Plauen erobert sich ein Stück Innenstadt zurück. Der Schlosshang wird im nächsten Jahr für eine Million Euro wieder erlebbar gemacht. Die Bergknappen leisten bereits seit Monaten Vorbereitungsarbeiten.

Plauen - Im Berg unterhalb des ehemaligen Gefängnisses schlummern noch viele unentdeckte Stollen. Nach dem Krieg wurden sie einfach zugeschüttet. Die Plauener Bergknappen drehen die Zeit zurück und machen die Keller wieder erlebbar. Bisher zugänglich ist am Hang nur das Luftschutzmuseum "Meyerhof". Beim Freilegen der Eingänge und des Geländes stießen die Hobby-Bergleute auf schützenswerte Mauerreste. Sie zeugen von der früheren Bebauung, sind allerdings einsturzgefährdet.

Höchste Zeit sei es nun gewesen, das alte Gemäuer zu stabilisieren, sagt Bergknappen-Vereinsvorsitzender Gert Müller. Mit der Bergsicherung Sachsen ist professionelle Hilfe angerückt. Noch bis Ende der Woche leisten sie quasi Aufbauarbeit und sanieren fachmännisch die Mauer. Sie gibt dem Eingangsbereich zum Luftschutzmuseum ihr Gesicht und vor allem Stabilität. Die Hangmauer befand sich in einem sehr schlechten Zustand. An vielen Stellen brachen Steine bereits heraus und es bröckelte überall. Um den Charme der Mauer herauszuarbeiten seien zunächst etwa drei Lastwagen Ziegelsteine herausgebrochen worden. Eine frei stehende Esse verschwand ebenso. Die Problemzonen der Wand werden anschließend frisch vermauert und ausgebessert. Ein Edelstahl-Netz wird später den Hang und die Mauer zusätzlich sichern.

"Wie am Schlosshang in Falkenstein, nur etwas bescheidener", sagt Müller. Er sieht die Arbeiten als Vorbereitung für die im kommenden Jahr geplanten Veränderungen auf dem Gelände. "Die Sanierung der Mauer ist eine Notsicherung, um das Bestehende zu erhalten." Dazu gehört auch ein freigelegter Nachbarkeller mit einem Zugang zum Luftschutzmuseum. Hier soll ein zweiter Ein- und Ausgang entstehen. Aus Sicherheitsgründen konnte dieser bisher noch nicht genutzt werden. Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September soll es dann aber soweit sein, verspricht Müller. Besonders erfreut zeigt er sich, dass viele Firmen und Plauener die Aktion unterstützen und ihre Leistungen sponsern.

Die so genannten Schlossterassen werden im kommenden Jahr für rund eine Million Euro ein völlig neues Gesicht erhalten. Die Freilegung der Stollen entlang des Hanges sind ebenfalls Bestandteil der Arbeiten. In einem Keller könne beispielsweise ein Raum für Jazzmusik oder Künstler und Bands entstehen. Die Ideen für eine Nutzung sind vielschichtig. Die Ausschreibung für das Vorhaben sei abgeschlossen. Ein Unternehmen aus Zwickau habe den Zuschlag bekommen. Nun soll in der Feinplanung überlegt werden, was für die Investitionssumme alles gemacht werden kann.