Benefizveranstaltung der Telefonseelsorge Vogtland

Als außergewöhnlicher Gast auf der Bühne im König Albert Theater wurde anlässlich einer Benefizveranstaltung der Telefonseelsorge Vogtland die Ordensschwester Teresa Zukic mit einem herzlichen Applaus begrüßt.

 

Bad Elster - "Der befreiende Umgang mit Fehlern", lautete das Thema ihres flüssigen und humorvoll dargebotenen Vortrages. "Mein Leben ist mein Rubin", sagt Schwester Teresa, die zunächst mit ihrem recht außergewöhnlichen Lebenslauf bekannt machte. 1964 in Kroatien als Tochter eines Fußballspielers geboren, wird der Sport auch ihr großes Lebensziel. Durch den Vater kommt sie auch bereits in der Kindheit nach Deutschland. "Sport war mein Leben. Schon mit sechs Jahren war ich Leistungssportlerin in Leichtathletik und im Kunstturnen sogar badische Meisterin auf dem Schwebebalken", berichtet die korpulente Nonne, zeigt auf der Leinwand Fotos von damals, und erntet heiteres Gelächter für ihre Bemerkung: "So seht ihr mich heute nicht mehr, das war schon vor hundert Jahren".

Der Humor ist ihr offensichtlich ebenso eigen, wie der Glaube an Gott, zu dem sie in einer ganz gewöhnlichen Nacht im Sportinternat finden sollte. "Am nächsten Morgen stand ein wichtiges Basketballspiel bevor, ich legte mich schlafen und erwachte ohne ersichtlichen Grund. Ich schaute auf einen Stapel Bücher meiner Mitbewohnerin. Vielleicht hilft ja lesen, um wieder müde zu werden, dachte ich und griff zur Bibel, in die ich noch nie geschaut habe. Ich las die "Bergpredigt" und vertiefte mich darin. Das Buch sollte mein Leben verändern", berichtet sie und ergänzt: "Ich bekenne, dass ich durch diesen Zufall zum Glauben an Gott kam, weil ich ihn bis dahin nicht gesucht habe". Am Tag danach wurde sie von einer Gegnerin im Basketball schwer verletzt "Früher hätte ich sie sicher auch gefoult, aber diesmal sagte ich ihr was Nettes, denn jetzt spürte ich Licht und Frieden." Teresa Zukic änderte ihr Leben, beendete ihre sportliche Laufbahn und trat in einen Orden ein. "Gott mein Leben zu schenken war ein große Berufung", sagt Teresa, die als Ordensschwester aber auch eine andere, eine offenere Kirche suchte.

Sie lehrt Kinder einen lebendigen Glauben, spielt mit ihnen Fuß- und Basketball und fährt mit Jugendlichen Skateboard. Ein Foto davon machte sie dann als "Skateboard fahrende Nonne" beinahe weltbekannt. "Ganz ehrlich, ich kann das blöde Brett heute nicht mehr sehen, aber es hat mir viele Türen geöffnet", sorgt sie erneut für Gelächter bei Zuhörern. Und erzählt, wie sie in einer Fernseh-Quizshow für ihre Projekte dringend benötigte 100 000 Euro gewonnen hat und glücklich auf der Rückfahrt im Speisewaggon etwas bestellte, aber der Kellner kam und meinte sie fänden die Pfanne nicht. "Ich hab noch nie so gelacht, da gewinnt man 100 000 Euro und dann finden die die Pfanne nicht", erwähnt Schwester Teresa belustigt, die nicht nur einen eigenen Orden gründete, sondern auch immer neue Herausforderungen suchte, als Gastreferentin sogar bei Managerseminaren gefragt ist, bei Talkshows diskutiert, neun Musicals komponiert und aufführt, nebenbei Bücher schreibt, Kirchenfestivals initiiert und 2004 den Kulturpreis für Musik und Gegenwartsliteratur erhält.

"Menschen, die keine Fehler machen, die liegen auf dem Friedhof. Fehler machen gehört zum Leben. Keine Fehler zum machen ist ein Fehler, denn aus Fehlern kann man wachsen ", machte sie ihren Ausführungen deutlich. Wenn andere Menschen etwas falsch machen, empfiehlt sie zu verzeihen und zu vergeben. "Nur verletzte Menschen verletzen andere.", betont sie. "Vergebung trägt zum Seelenheil bei", macht sie aufmerksam und fügt an: "Wichtig im Leben sind Kraft, Liebe und Besonnenheit. Vergeben Sie, das Leben ist zu kurz". va