Benefizkonzert in Plauen: Gebogene Trompete soll trösten

Jürgen Gröblehner hat mit seinem Ensemble "Classic Brass" erneut Station in der Johanniskirche Plauen gemacht - und das nachdem man ihm Ende vorigen Jahres an gleicher Stelle seine Scherzer-Piccolo-Trompete gestohlen hatte. Zugunsten eines neuen Instruments hatte das Ensemble zum Benefizkonzert bei freiem Eintritt eingeladen.

Plauen - "Die Polizei tappt leider noch völlig im Dunkeln. Obwohl so viele Leute in der Musikszene und natürlich auch viele Fans die Augen aufhalten, gibt es keinen Hinweis, wo meine Piccolo-Trompete abgeblieben ist", sagt Jürgen Gröblehner, der Kopf des Quintetts. Gemeinsam mit seinen vier Mitstreitern hatte der Blechblas-Experte bei freiem Eintritt und der Bitte um Spenden zugunsten eines neuen gleichartigen Instruments in die Plauener Hauptkirche eingeladen.

Ein hörenswertes Programm hatten die Musiker zusammengestellt, das unter dem Titel "Viva la Musica" vorgestellt wurde. Im ersten Teil hörten die Besucher in der bestens gefüllten Johanniskirche Werke von Mouret und Vivaldi, Stücke aus Händels "Messias" und Tschaikowskys "Nussknacker-Miniaturen", bevor es mit Rossinis "Largo al Factotum" in die Pause ging, in der die Besucher es sich bei Sekt und Orangensaft gut gehen ließen.

Derweil wurde auch reichlich Gebrauch davon gemacht CDs des Ensembles zu erwerben und das eine oder andere Gespräch mit den Protagonisten des Abends zu führen. Immer wieder musste Jürgen Gröblehner erklären, dass es partout keine Hinweise auf das verschwundene Instrument gäbe. "Für heute Abend konnte ich mir ein neues Instrument in Markneukirchen leihen, was sich wirklich fantastisch spielen lässt.

Mein Kollege Zoltan Nagy hat sie auch mal probiert und war glatt ein bisschen neidisch", hat Gröblehner trotz des herben Verlustes sein Lachen wieder gefunden.

Ein befreundeter Händler hat mit der Buffet-Group GmbH den Vertrag über das baugleiche Scherzer-Modell gemacht und reicht es Gröblehner zum Einkaufspreis weiter. "Sachte wurde die bisherige Piccolo-Trompete weiter entwickelt und bietet sogar ein wenig mehr Spielkomfort. Rund 3.500 Euro muss ich aber ausgeben, deshalb bitten wir heute Abend um Spenden für die Anschaffung des Instrumentes.

Ich habe hier bei den Fans in Plauen eine große Kraft der Herzen gespürt", bedankt sich Gröblehner. Das Instrument sei natürlich noch ein wenig ungewohnt, aber er habe sich in die neue Trompete spontan verliebt. Er müsse zu seinem neuen Instrument noch eine Beziehung entwickeln, um sie Anfang März zum ersten Mal so richtig zum Klingen zu bringen. "Wir werden vom 1. bis 4. März in der Seiffener Bergkirche eine neue Weihnachts-CD einspielen.

Ich bin zuversichtlich, dass ich bei dahin das Instrument komplett in meinem Herzen habe. Deshalb kommt es jetzt auch gleich mal zum Einsatz", erzählte Gröblehner dem Vogtland-Anzeiger und widmete sich wieder den Fans.

So wie Tobias aus Plauen, der zur Aufmunterung eine aus Draht gebogene Trompete als Präsent mitgebracht hatte. "Wie wundervoll - das wird mein neuer Talismann", freute sich Jürgen Gröblehner.

Sein Quintett spielte danach noch eine gute halbe Stunde ein Concerto von Vivaldi und zeigte danach Vielseitigkeit mit der Interpretation von modernerem Liedwerk, wie unter anderen "Carol on the Bell", "Gabriellas Song" aus dem Filmhit "Wie im Himmel" sowie bei einem Beatles-Medley.