Bayerns Wirtschaftsminister lobt Pöhler Firma

Pöhl - Es sei für ihn immer wieder faszinierend zu sehen, wie innovativ mittelständische deutsche Betriebe sind. Das Rückgrat der Wirtschaft - in Bayern genauso wie in Sachsen. "Die Wurzeln daheim, aber in der Welt zu Hause", sagte Martin Zeil, Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, nach dem Besuch der Firma Lehmann Maschinenbau GmbH in Pöhl am Mittwoch.

Der Sondermaschinen- und Anlagenbauer beschäftigt heute in drei Betrieben 150 Mitarbeiter. Aus dem Reparatur-und Handwerksbetrieb, der 1945 im Dorf Pöhl gegründet worden war, ist ein international tätiges Unternehmen geworden. Bereits in den 1980er Jahren hatte sich Lehmann als Hersteller von hydraulischen Ausrüstungen zum Heben, Senken und Verschieben schwerer Lasten im Gleit-, Tank- und Brückenbau einen Namen gemacht. Unter anderem wurden in Sofia Hotels und Wohnhäuser mit dem Deckenhubverfahren errichtet. Ab 1997 sorgte die Firma Lehmann dafür, dass an der Frauenkirche in Dresden wetterunabhängig gebaut werden konnte. Mit spezieller Technik wurde das Wetterschutzdach angehoben.

Heute entwickelt die Firma verstärkt auch Technik zum Sortieren und Aufbereiten von recycelfähigem Material. Außerdem setzt sie auf die Entwicklung und Produktion von Bioextrudern zum Aufschluss und zur Auffaserung biogener Stoffe und deren Nutzung als Torfersatz, Bindemittel oder Dämmstoff.

Martin Zeil war begeistert vom Bioextruder, den die Firma Lehmann entwickelt hat. Damit können unter anderem Landschaftspflegeschnitt und verschiedenes Stroh genutzt werden, um hohe Biogaserträge zu erzielen. Auf dem Gelände des früheren Agrarbetriebes in Helmsgrün hat das Unternehmen eine Demonstrations- und Modell-Biogasanlage gebaut. Dort wird der Grünschnitt verschiedener Städte, auch Plauens, der bislang nur auf Halden gefahren, aber nicht genutzt wurde, zu Biogas "verarbeitet". Martin Zeil: "Eine hervorragende Alternative. Gerade in einer Zeit, in der wir darüber diskutieren, ob wir Mais einfach so in Gas umwandeln dürfen, wenn Menschen zum Beispiel in Afrika verhungern."

Der Minister, der einer Einladung seines Parteifreundes, des Bundestagsabgeordneten Joachim Günther, nach Pöhl gefolgt war, traf sich anschließend in Jocketa mit Liberalen aus dem Vogtland und Oberfranken zum Gedankenaustausch über das Thema "Grenzübergreifende Infrastruktur".