Baustart hinterm Bauzaun

Halteverbot rund um den Parkplatz Weisbachsches Haus und entlang der Böhler Straße besteht seit Montag. Wer das ignorierte, hatte spätestens am Dienstag ein Problem.

Von Marlies Dähn

"Wer heute noch hier parkt, findet sein Fahrzeug hinterm Bauzaun wieder", erklärt Jürgen Heer von der Reichenbacher Firma BHS-Bau. Mit dem Tieflader sind Firmenmitarbeiter angerückt, um Material abzuladen zur weiträumigen Absperrung des Areals mittels eines Bauzaunes. Bereits seit Montag gilt laut Zusatzbeschilderung das Halteverbot, auch an den Ein- und Ausfahrten zum Parkplatz. Trotzdem ist der kleine Platz auch am Dienstag noch gut gefüllt. Man kann es ja mal probieren. Und wo ein Fahrzeug gewohnheitsbedingt parkt, findet sich rasch auch ein zweites und drittes.
Auch vom Mühlberg herab rollen noch Fahrzeuge, die aus der Innenstadt kommen. Jürgen Heer wundert sich. "Steht da oben an der Einfahrt kein Hinweisschild?", fragt er sich. Bald sei hier alles weiträumig dicht. Denn spätestens bis Dienstagmittag wird mittels Bauzaun auch der Mühlberg zur Sackgasse. Die BHS-Bau Reichenbach richtet die künftige Baustelle für den Ausbau des Weisbachschen Hauses ein. "Hier wird Baumaterial gelagert. In der engen Bleichgasse ist kein Platz dafür. Mit dem Parken ist es hier auf lange Sicht erstmal vorbei", bestätigt auch die Stadtverwaltung.
Jede Menge kostenfreie Parkplätze rechts und links der Böhlerstraße und auf dem kleinen Parkplatz am Weisbachschen Haus entfallen.
Die weitläufige Absperrung läutet jedoch zugleich auch einen wichtigen Neubeginn ein.
Es ist der Startschuss für den 1. Bauabschnitt zum Umbau des lange geplanten Gebäudes in der Bleichstraße 1 zum Forum für Textil und Spitze. Als museale Einrichtung wird hier Textil- und Spitzengeschichte Plauens und deren Entwicklung erlebbar werden. Mit dem geplanten Bauende 2022 lockt dann eine multimediale Spitzenschau. Besucher gehen von der Bleichstraße 1 aus auf Entdeckungstour, bewundern die aufgearbeitete Gewölbedecke und erreichen nach wenigen Schritten den Neubau, in dem historische Maschinen Textilgeschichte lebendig halten. Alte Architektur des Weisbachschen Hauses und moderner Neubau ergänzen sich dann als architektonische Einheit.
Doch momentan sind etliche Plauener und in der Stadt Berufstätige wieder auf der Suche nach neuen, zentrumsnahen und möglichst kostenlosen Parkmöglichkeiten.