Baumfrevel am Wasser

Möschwitz/Gunzenberg - Die Camper am Gunzenberg sind sauer. Unbekannte haben einen Anschlag auf sie verübt: Die Täter sägten drei große Ahornbäume an - mitten in der Bungalowsiedlung.

 

Es bestand große Gefahr, dass sie bei nächster Gelegenheit auf die Unterkünfte hätten fallen können. Deshalb mussten die drei Bäume vergangene Woche gefällt werden. Den Campern werden die Schatten der großen Bäume im Sommer fehlen. Ein Parzellenbesitzer hatte am 29. März mit Schrecken festgestellt, dass der zehn Meter hohe Baum neben seinem Stabilzelt angesägt worden war. Nach genauerem Hinsehen wurden drei beschädigte Bäume gezählt.

Er benachrichtigte den Zweckverbandsvorsitzenden Hans-Gert Franz und dieser beauftragte ein Unternehmen, die Bäume zu fällen. "Der Täter hat mit der Kettensäge die Bäume stark angesägt und eingekeilt", berichtet der Verbandsvorsitzende. So etwas hat er nach eigenen Angaben noch nicht gesehen. "Es gibt zwar immer mal solche Taten. Erst 2005 wurden in Voigtsgrün 15 Bäume angeschnitten und mussten gefällt werden", erinnert er sich. Aber dieses Mal sei der Tatbestand schlimmer. Die großen Ahornbäume standen mitten in der Bungalowsiedlung. Der Täter hat dabei in Kauf genommen, dass umliegende Stabilzelte und sich dort aufhaltende Camper zu Schaden kommen.

Eine Sturm oder eine starke Windböe hätte die Bäume umgeworfen. Die schwere Last des oberen Baumes und der Krone standen nur noch auf wenigen Zentimetern des Stammes. Der oder die Täter hatten nach dem Einsägen den Schnitt noch ausgehöhlt. "Da muss man mit der Kettensäge umgehen können", stellt Franz fest. Dem Zweckverband entstand ein Schaden in Höhe von 6000 Euro.

Hans-Gert Franz berichtet, dass jedes Jahr Anträge auf Baumfällungen an den Zweckverband Talsperre Pöhl gestellt werden. Teilweise berechtigt, wenn die dreißig Jahre alten Pappeln hohl werden oder Wurzeln unter die Campingwagen und Stabilzelte wachsen. Nicht nachvollziehen kann es der Verbandsvorsitzende, wenn Anträge wegen herabfallender Eicheln oder wegen des anfallenden Laubes gestellt werden. Zweimal jährlich wird eine Begehung der Campingplätze durchgeführt und der Baumbestand kontrolliert. Bäume mit sichtbaren Schäden werden gefällt. Aber auch Nachpflanzungen werden durchgeführt. An sinnvollen Standorten werden jedes Jahr Spitzahorn, Eberesche und Birken gepflanzt. "Wer hier Camping macht und seine Freizeit verbringt, will doch in die Natur und da gehören Bäume dazu. Handlungen wie die am Gunzenberg sind Baumfrevel und kriminell", bekräftigt Hans-Gert Franz.

Der Zweckverband bittet Camper oder Besucher, die Hinweise geben können, dies zu tun. Diese werden vertraulich behandelt. Hinweise können auch anonym an der Rezeption unter 037439-6393 oder in der Geschäftsstelle (037439-4500) abgegeben werden. G.K: