Bauernmarkt in Startlöchern

Es ist bald wieder Bauernmarkt-Zeit. Vom 9. bis 16. März lädt der 24. Europäische Bauernmarkt zum Bummeln und Schlemmen ein. Gastgeberland ist diese Mal Südtirol und heißt mit einem "Griaßt enk aus Südtirol" alle Besucher willkommen.

Von Marjon Thümmel

Plauen - 75 Aussteller aus 14 Ländern bringen die Organisatoren des Vereins "Vogtländischer Bauernmarkt" rund um Michael Bretschneider sowie das Team des Möbelhauses Biller schon ganz schön zum Schwitzen, denn "alle Kapazitäten sind restlos ausgelastet", wie es gestern zum Pressegespräch mit einem dennoch glücklichen Unterton hieß. "Wir rücken halt ein bisschen zusammen, dann passt es schon", lachte Yvonne Müller vom Möbelhaus Biller. Gigantisch geht es bereits heute in einer Woche beim Auftakt zu, immerhin kommen die Südtiroler mit einem 50-köpfigen Ensemble, von Musikkapelle bis Schuhplattlergruppe, in die Innenstadt. 15 Uhr geben sie am Frauentag, 8. März, ein Stelldichein in der Stadt-Galerie, 15.30 Uhr geht es schließlich auf dem Postplatz rund. "So ein großes Ensemble hatten wir bislang noch nicht aus einem Partnerland auf dem Bauernmarkt", sagte Bretschneider. Die Truppe wird auch beim Start in der Biller-Veranstaltungshalle am Samstag 11.30 Uhr den Ton angeben. Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt wird als Schirmherr den Markt eröffnen. Zuvor gibt es das traditionelle agrarpolitische Gespräch, für das sich schon viele in- und ausländische Gäste angemeldet haben.
 Die regionale Vielfalt auf dem Europäischen Bauernmarkt hat in den vergangenen 23 Jahren Tausende Besucher angelockt. Im letzten Jahr wurde schon wiederholt in der Bauernmarkt-Woche an der 40 000er Marke gekratzt. "Wir streben keine Rekorde an, sind aber glücklich, wenn die Menschen aus nah und fern auf den Bauernmarkt strömen und so den europäischen Gedanken leben", sagte Bretschneider und Landrat Rolf Keil fügte hinzu: "Wenn die Zusammenarbeit in Europa so funktionieren würde, wie auf dem Europäischen Bauernmarkt, dann hätten wir ein super Europa."
 Die 75 Direktvermarkter haben für die Besucher eine Menge typischer Spezialitäten ihrer Heimat im Gepäck. Auf der Schlemmermeile kann jedermann auf kleinstem Raum in vielfacher Weise europäisch genießen. Ob Käse, Wein, Süßigkeiten, Honig, Schinken- und Wurstprodukte, Oblaten, Obst oder Gebäck - es gibt einiges zu probieren. Aber es gibt auch verschiedenes Handwerk zu erkunden wie Töpferwaren, Gardinenweben, Korbflechten, Schnitzen, Seifen, Ölpressen oder Tischlereiprodukte. Auf dem Außengelände zeigt das Mechelgrüner Technikzentrum Landtechnik Heute & Damals zum Anfassen. Ein Minibagger steht zum Ausprobieren bereit. 
 Erstmals auf dem Bauernmarkt dabei ist Portugal. Landrat Rolf Keil und Tourismusverbandschef Dr. Andreas Kraus, der portugiesisch spricht, haben bei einem Besuch der Grünen Woche in Berlin die Chance genutzt, ein Weingut aus Portugal für den Bauernmarkt zu werben. "Und sie haben zugesagt. Kommen jetzt mit Wein und Olivenöl und wollen, wenn es ihnen gefällt, im nächsten Jahr mit mehr Erzeugnissen dabei sein", freut sich Keil. Nach ihrer Premiere im vergangenen Jahr sind auch die Ungarn wieder auf dem Europäischen Bauernmarkt zu finden. Hingegen macht das Agrargut Gospersgrün auf Grund der schlechten Kartoffel-Ernte ein Jahr Pause. 
 Keine Pause machen die Kitas und Schulen: Auch beim 24. Bauernmarkt gestalten sie neben verschiedenen Künstlern das Bühnen-Programm mit. 
 Wie in der Vergangenheit wird es auch dieses Mal einiges zu gewinnen geben. Die Marktteilnehmer können beim Wettbewerb um das beste Produkt bei der Jury punkten, die am 11. März die Aussteller bewertet. Die Besucher sind bei der Auswahl des schönsten Standes gefragt. Für die Stimmabgabe winkt am Ende ein Preis. Und auch eine Reise nach Straßburg wird verlost.