Bauernmarkt: Auftakt mit Musik, Grazie und Gesprächen

Gleich von drei sächsischen Königinnen empfangen wurden die rund 100 Gäste des Agrarpolitischen Forums, welches traditionell den Auftakt für den Europäischen Bauernmarkt gibt und seit Jahren von Vogtland Radio-Moderator Bernd Schädlich geleitet wird. Die aus Oelsnitz stammende Blütenkönigin Elisabeth Blüml hatte zum ersten Mal einen offiziellen Auftritt in ihrer Heimat und wurde bei diesem begleitet von der Erntekönigin Antje Georgie, zu Hause in Werda, und der Pausaerin Julia Floß, die als Milchkönigin ebenso voller Anmut sächsische Landwirtschaft ins Blickfeld rückt. Da hatte es Landwirtschaftsminister Frank Kupfer nicht schwer, von der Schönheit des Vogtlandes zu schwärmen. Kupfer, in 14 Jahren Bauernmarkt der fünfte Landwirtschaftsminister, feierte seine Premiere als Schirmherr: "Ich passe zwar nicht in das Bild eine Landwirtschaftsministers, der gut beleibt durch die Welt zieht. Das liegt aber daran, dass man gut und gleichzeitig gesund genießen kann. Und in Sachsen wird zunehmend Schmackhaftes und Gesundes produziert", sagte Kupfer, der nach der Wahl seines Vorgängers Roland Wöller zum Bildungsminister sein Amt seit etwa einem halben Jahr inne hat. Neuling in seiner Funktion als stellvertretender Landrat ist auch Rolf Keil, der am Samstag für Landrat Dr. Tassilo Lenk die Ehrengäste, unter ihnen auch zahlreiche Markt-Teilnehmer, begrüßte. "Ich freue mich, dass ich den Bauernmarkt eröffnen kann und möchte allen Landwirten danke sagen, dafür, dass sie 365 Tage im Jahr für ihren Beruf da sind. Landwirte sind robust und halten manche Stürme aus. Sie brauchen aber auch einen fairen Preis, um überleben zu können", sagte der ehemalige Schönecker Bürgermeister. "Direktvermarkter wie hier auf dem Bauernmarkt zeigen den Menschen, wie schwierig es ist, Lebensmittel zu erzeugen. Sie schärfen damit auch das Bewusstsein, dass für landwirtschaftliche Produkte auch Geld bezahlt werden muss. Ein Liter Milch kostet momentan weniger als Mineralwasser. Das kann nicht wahr sein", sagte Kupfer und wandte sich sogleich gegen die beabsichtigte Kennzeichnung von Lebensmitteln. "Sie ist ein falscher Weg, um die Verbraucher aufzuklären. Gesunde Ernährung muss schon in der Schule beginnen, Erwachsene lassen sich nur schwer umerziehen. Zum anderen befürchte ich einen Wettbewerbsnachteil für deutsche und damit auch sächsische Erzeuger, weil Deutschland bei solchen Fragen immer Vorreiter sein will und andere Länder mit der Umsetzung zögern." Europaabgeordneter Dr. Lutz Goebel sprach von der Zwischenbilanz der Agrarreform und lobte die gute Agrarpolitik in Deutschland, die auch von den einzelnen Bundesländern unterstützt werde. Zugleich verkündete der aus Döbeln stammende Politiker, der als einer der Geburtshelfer des Bauernmarktes in Plauen gilt, seinen Rückzug aus dem EU-Parlament im Juni. Mit Dr. Peter Jahr, der auch in Plauen weilte, habe er einen würdigen Nachfolger. Michael Bretschneider, der als Vorsitzender des Vereins "Vogtländischer Bauernmarkt, die organisatorischen Fäden mit in den Händen hält, betonte die Einmaligkeit des Europäischen Bauernmarktes deutschlandweit. Und wurde in der Aussage vom Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer unterstützt. Dieser hatte am Abend alle Markt-Teilnehmer in das Pfaffengut zum gemütlichen Beisammensein eingeladen. "Wir sind wie eine große Familie und haben auch mit zahlreichen Kunden schon eine freundschaftliche Bande geknüpft", betonten Rien van Vliet (Holland), Eva Reznickova (Tschechien) und Fritz Kamm (Schweiz) einstimmig. Letzterer begeisterte mit seiner Harmonium spielenden Ehefrau Silvia die Gäste mit einem Lied auf die Liebe. Mit der Vogtland-Hymne und weiteren musikalischen Grüßen stimmte der Frauenchor Reichenbach auf die Landesgartenschau in ihrer Heimatstadt ein. M. T.