Bau wichtiger Straßen: Was? Wann? Wo?

Schritt für Schritt geht es weiter mit Baumaßnahmen im Bereich der vogtländischen Bundes- und Staatsstraßen. Das wurde deutlich, als gestern im Plauener Landratsamt auf Einladung von Landrat Tassilo Lenk Vertreter des Kreisbauamtes, des Straßenbauamts Plauen und Bürgermeister der betroffenen Kommunen zusammenkamen.

Frank Petzoldt, Leiter des Straßenbauamtes Plauen mit Zweigstelle Bad Schlema, informierte zur Struktur des Amtes sowie zum Stand der Planungen an ausgewählten Trassen. Insgesamt 1507 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen im Erzgebirgs- und Vogtlandkreis betreut das größte sächsische Straßenbauamt. Etwa ein Drittel dieser Trassen befinden sich im Vogtland. Dort sind kurz- und mittelfristig mehrere größere Projekte geplant. Während der Zusammenkunft stellte Petzoldt zehn davon vor.

Eines davon ist die Bundesstraße 169, Ortsumgehung Göltzschtal. Ende 2008 wurde bei der Landesdirektion der Antrag auf das notwendige Planfeststellungsverfahren gestellt. Im April 2009 könnte es nach derzeitiger Sicht zur öffentlichen Auslegung der Bauunterlagen kommen. Bis Ende des Jahres erhofft sich Petzoldt den Beschluss, so dass 2010 mit der europaweiten Ausschreibung begonnen werden kann. Der Knackpunkt im Moment: Etwa 35 Millionen Euro kostet der Bau. Bisher jedoch sind diese Kosten noch mit keinem Bundes-Programm finanziell untersetzt.

 

Dessen ungeachtet ist das Amt jedoch bereits in die Ausführungsplanung gegangen. Zumindest dort, wo wegen geklärter Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden eine konkrete Planung bereits möglich ist. Mit etwa 350 Grundstücksbesitzern muss nun noch unter anderem wegen Grunderwerb verhandelt werden. Keinerlei Probleme gibt es mit dem zweiten Bauabschnitt der Staatsstraße S 299, der Ortsumgehung Treuen. Auch diese Bauhauptleistungen waren in ganz Europa ausgeschrieben, sämtliche dieser Lose sind vergeben. Bereits 2008 begann der Bau und dürfte 2010 beendet sein.

Im weiteren Verlauf dieser S 299 wird der Bauabschnitt Verlegung westlich Rodewisch, die im Volksmund als "Eicher Spange" bekannt ist. Entstehen. Die Unterlagen kommen im Mai diesen Jahres zur Auslegung. Der sich anschließenden Erörterungstermin lässt den Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für Anfang 2010 als realistisch erscheinen. Wenngleich diese Maßnahme bereits finanziell eingeordnet ist, ist der Baubeginn noch unklar. Das hängt nicht zuletzt von der Zustimmung der Grundstücksbesitzer ab. Dieses Projekt parallel zum Bau der Göltzschtalumgehung zu realisieren, ist erklärter Wunsch des Straßenbauamts. Insbesondere deshalb, da diverse Bahnübergänge tangiert werden und es zu Streckensperrungen kommen wird. "Wir möchten so wenig wie möglich Sperrungen produzieren."

Unmengen von Planungspapieren gibt es bereits zum deutsch-tschechischen Gemeinschaftsprojekt Adorf-Asch. Das 6,5 Millionen Euro schwere Vorhaben wird in mehreren Jahresscheiben realisiert. Auf tschechischer Seite sind bereits Abschnitte um Asch beendet. Dort geht es nun noch um eine Umgehungsstraße für Hranice und das Heranführen der Trasse an den einstigen Grenzübergang. Die Zeichen stehen gut, dass noch heuer auch auf deutscher Seite in einigen Abschnitten begonnen werden kann. Dann dürfte 2010 Verkehrswirksamkeit hergestellt sein.

In diesem Zusammenhang wird an der S 309, eine Ortsumgehung für Freiberg entstehen. Bis zum Sommer noch dauern die Ausführungsplanungen dafür an. Somit könnte vorbehaltlich der offiziellen Genehmigung der Maßnahme und der Zustimmung der Grundstücksbesitzer noch 2009 der Bau beginnen und 2010 beendet werden. Voraussichtlich nicht vor dem Jahre 2011 schließt sich dann der Ausbau des Knotenpunkts der B 92 und der S 309 an.

Ohne Gegenstimme hatte sich der Stadtrat Bad Elster für ein Verlegen der S 306 ausgesprochen. Eine gute Voraussetzung, vom Ministerium den mit 25 Millionen Euro veranschlagten Bau der Umgehungsstraße genehmigt zu bekommen, so Petzoldt. Noch im Herbst 2009 rechnet er mit der Genehmigung der Vorplanung. 2011 soll dann der Antrag auf Planfeststellung gestellt werden.

Laut Petzoldt ist vor 2011 mit einer Realisierung des Ausbaus der S 311 westlich von Taltitz auf 1,2 Kilometern nicht zu rechnen. Die geplanten Baukosten von 1,5 Millionen Euro, welche auch einen 350 Meter langen Geh- und Radweg beinhalten, sind jedoch finanziell noch nicht unterlegt und gesichert.

Im weiteren Verlauf der S 311 westlich von Weischlitz soll die unzureichende Linienführung über Thossen bis nach Reuth zur Thüringer Grenze verbessert werden. Diese Trasse habe zwischenzeitlich verkehrstechnisch eine hohe Bedeutung gewonnen, der man gerecht werden muss, so Petzoldt. 15 Millionen Euro sind veranschlagt, die 7,5 Kilometer auf eine Straßenbreite von 6,50 Meter zu erweitern, die Strecke zu begradigen und auszubauen. Die Grobplanung steht. Einen Ausbautermin konnte der Amtsleiter noch nicht nennen.

Noch im Herbst dieses Jahres ist der Ausbau der B 173 südwestlich von Großzöbern geplant. Im Bereich der Talsperre Dröda werden 5,9 Millionen Euro nicht zuletzt zum Schutz der Trinkwasser-Talsperre investiert. Im nächsten Jahr soll das Vorhaben beendet sein.

Unmittelbar bevor steht auch das Erneuern der Straßendecke der B 173 in Pirk. 450 000 Euro stehen bereit, wenn ab Juli/August der Deckenbau realisiert wird. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme wird auch der Abwasserkanal erneuert.