Banges Warten bei Nema Netzschkau

 

"Wir hoffen auf einen Investor. Alles andere scheint unwahrscheinlich", sagt Dieter Feist, Chef des Betriebsrates der Nema Wärmetauscher GmbH. Die Zukunft des Unternehmens mit 186 Leuten ist ungewiss.

 

Am Mittwoch, 15 Uhr, gibt es eine Betriebsversammlung in Netzschkau. Laut Feist werden "aussagekräftige Herren" von der GEA-Konzernzentrale in Bochum erwartet. "Die werden hoffentlich sagen, wie es weitergeht", meint er. Nach Recherchen des Vogtland-Anzeigers hat der GEA-Aufsichtsrat bereits im vergangenen Jahr ein Konzept beschlossen, die Produktion aus Netzschkau abzuziehen, vermutlich an den Standort Wurzen. Um die Belegschaft zu spalten und ihre Widerstandskraft zu schwächen, wird versprochen, dass die Ingenieurleistungen in Netzschkau bleiben sollen - wenigstens vorerst. Offiziell bestätigt wird diese Information nicht.

GEA-Sprecher Marc Pönitz sagt nur, dass es ein Umstrukturierungskonzept gibt - zum Inhalt sagt er nichts: Noch sei nichts entschieden. Der Vorstand werde Verhandlungen aufnehmen. Nicht nur die Nema sei betroffen, auch andere Standorte, in aller Welt. Zum GEA-Konzern gehören 400 Firmen. 56 davon stellen - wie die Nema - Wärmetauscher her. "Vom Einbauteil in eine Heizung bis zur Größe eines Fußballfeldes", sagt Pönitz. Warum hat der GEA-Konzern vor gut zwei Jahren die Nema Wärmetauscher GmbH gekauft? Um einen Konkurrenten auszuschalten, der einen guten Ruf hat? "Das stimmt nicht", sagt Konzernsprecher Pönitz. "Damals hatte der Kauf Sinn. Zwei Jahre später gibt es eine neue Situation durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise." Darauf müsse man reagieren.

Frage an Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamtes in Bonn. Hat eigentlich beim Verkauf der Nema an die GEA damals das Kartellamt Auflagen erteilt? "Der Verkauf war ordnungsgemäß angemeldet - Auflagen durch das Kartellamt gab es nicht", sagt Weidner. Kann sich Nema-Betriebsrat Feist vorstellen, dass die GEA den Standort Netzschkau an einen Investor verkauft? "Das hängt davon ab, was der Investor plant", sagt der 63-Jährige. Er arbeitet seit 42 Jahren im Unternehmen, das in der DDR Nema Netzschkau hieß und seit der Wende mehrmals seinen Namen geändert hat: Nema Wärmetauscher GmbH, Nema Airfin, GEA-Nema Wärmetauscher GmbH . . .    ufa