"Band der Solidarität" in Plauener Innenstadt geknüpft

Ein "Band der Solidarität" knüpften gestern etwa 60 Menschen, die einem Aufruf des Vereins Colorido gefolgt waren. Sie wollten Flagge zeigen gegen Rassismus und für eine sozial gerechte Gesellschaft.

Von Stephanie Rössel

Plauen Das "Band der Solidarität" war am Sonntagnachmittag eine Aktion in vielen deutschen Städten - darunter in Berlin, Hamburg, Chemnitz, Erfurt, Dresden, Leipzig und als südlichster Standort Plauen.
Punkt 14 Uhr spannte sich ein blaues Band vom Südportal der Lutherkirche bis hin zum Nonnenturm. Entlang des Bandes standen mit dem Sicherheitsabstand von 1,50 Meter Menschen, die sich für eine antirassistische, soziale und klimagerechte Gesellschaft engagieren. Als Veranstalter agierte der Plauener Verein Coloido, der Vertreter des Runden Tisches, der Grünen, der Gewerkschaft Verdi, der Linken und Fridays for Future mit ins Boot geholt hatte.
Mit Flaggen und Bannern setzte die Menschenkette ein deutliches Zeichen. Plauen sendete sogar einen dreiminütigen Livestream in die Welt. "Wir müssen uns wieder mehr zusammenfinden, müssen stärker werden, uns auch mit anderen Städten verknüpfen. Wir wollen aufklären, aktiv sein, in die Schulen gehen und mit Streetworkern arbeiten. Sicher unterstützen wir auch öffentliche Aktionen. Das ist jedoch nicht unser vordergründiges Ziel. Wir wollen zusammen stark werden gegen Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien", sagt Doritta Korte vom Colorido-Vorstand. Einige Teilnehmer hätten sich allerdings gewünscht, dass mehr Passanten spontan Courage zeigen und sich einreihen.
"Wir haben hier ein Problem mit Rechtsradikalismus. Die Spitzen haben es sogar in den Stadtrat geschafft. Dagegen wollen wir uns stellen", so der Landtagsabgeordnete der Grünen, Gerhard Liebscher.
Colorido hat sich zur Aufgabe gemacht, Demokratie zu fördern. Projekttage, Seminar und Webinare sollen informieren und ein friedliches, tolerantes Miteinander fördern.