Ballsport auf Glas und LED

Ein Sportboden aus Glas und LED-Licht, welches die Balllinien anzeigt: Mit dieser technischen Raffinesse will Architekt Steffen Fugmann Plauens neue Dreifeldhalle ausstatten.

Von Cornelia Henze

Plauen Damit machte Steffen Fugmann den Abgeordneten des Sozialausschusses am Donnerstag den Mund wässrig. Vorbei wäre damit endgültig das Linienchaos, das auf herkömmlichen Hallenböden aus Kunststoff oder Parkett aufgezeichnet ist. Verschieden farbig und verwirrend für den Zuschauer. Linien für Handball, Basketball, Volleyball oder Badminton lassen sich nach der Glas-LED-Variante je nach Spiel im Technikraum oder auch mobil per Smartphone zuschalten - die nicht benötigten Balllinien bleiben unsichtbar. Somit bleibt das Spielfeld übersichtlich und erscheint aufgeräumt.
Der Glasboden sei elastisch und strapazierfähig, und das mache ihn für Sportler wie Zuschauer gleichermaßen attraktiv, so der Architekt. Als Referenzbeispiel bringt Fugmann die 2017 eingeweihte Ballsport-Arena Dresden ins Spiel, die über einen solchen Sportboden aus Glas verfügt. Eingebaut hat ihn ASB GlassFloor, ein Unternehmen aus Oberbayern nahe des Chiemsees. Bei ihnen habe der Architekt aus dem Vogtland bereits vorgesprochen und eine Präsentation ihrer innovativen Böden erhalten, sagt Sophie Eckhardt, zuständig bei ASB GlassFloor für Marketing. Selbst bezeichnet sich das Unternehmen aus Oberbayern als Marktführer in der Herstellung von Hallenböden für den Profisport. Diese Böden habe eine Lebenserwartung von 70 Jahren und sind zugelassen nach den internationalen Sportrichtlinien für FIBA, der World Squash Association und der Internationalen Handball Federation. Dass Plauens Halle zum internationalen Wettkampfparkett wird, das peilt Plauens Sozialbürgermeister Steffen Zenner an. In Aussicht stehe schon mal, die Weltmeisterschafetn im Ringen und Kegeln austragen zu können in der Halle, die 2023 öffnen soll für Schul-, Vereins-, Breiten- und überregionalen Wettkampfsport. Die Elastizität des Bodens wird durch eingebaute Längs- und Querträger aus Alu erreicht. Darauf lagert brechsicheres Zweischichtverbundsicherheitsglas in 2 x 3 Meter-Scheiben, die bei Bedarf auswechselbar sind. Zur Fertigung der Glasböden kam das seit 1965 bestehende Trockenbau-Unternehmen über den Einbau gläserner Squash-Courts. "Damals wurde die Firma im aktuellen Sportstudio vorgestellt, und von da an sind wir ins Sportgeschäft eingestiegen", so Eckhardt.