Ballon-Tests an der Göltzschtalbrücke

Netzschkau  - Die Göltzschtalbrücke hat ihn wieder - ihren großen Gasballon in unmittelbarer Nachbarschaft. Zwar handelt es sich bei dem rot-weißen Ballon der Firma CargoLifter, der seit dem 12. Januar in unregelmäßigen, vom Wetter abhängigen Abständen über dem Göltzschtal schwebt, nicht um einen Aussichtsballon für Touristen sondern um ein spezielles Kransystem.

Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht und die ballonlose Zeit an Europas größter Ziegelbrücke damit hoffentlich vorbei. Im August 2007 kam nach sieben erfolgreichen Jahren, in denen der Vogtlandballon hunderttausende begeisterte Menschen in luftige Höhe transportiert hatte, das Aus. Mit viel Enthusiasmus der Betreiber und Mitarbeiter hatte man sich jahrelang über Wasser gehalten. Ein Schaden am Ballon überstieg das finanziell Machbare dann um ein Vielfaches.

Seither suchten die Enthusiasten um den Mylauer Manfred Dörjer nach neuen Möglichkeiten und Werbepartnern. Aus dieser Sicht ist die Zusammenarbeit mit der Firma CargoLifter wohl ein Glücksfall für den Ballonstandort an der Göltzschtalbrücke. CargoLifter arbeitet seit einiger Zeit an der Entwicklung von so genannten Ballonkransystemen. Dabei übernehmen sie die Arbeit von gigantischen Baukränen, weil sie die Lasten in viel größere Höhen transportieren können und beispielsweise in unwegsamem Gelände auch wendiger sind.

Der Standort im Vogtland ist seinerseits ein Glücksfall für die Ballon-Tester. Schließlich finden sie hier fast alles, was sie brauchen: Eine ausgebildete Mannschaft und auch die entsprechend benötigten Winden. Ende November wurde der aus Russland stammende Test-Ballon aufgebaut. Dann kam der Winter. Seit 12. Januar laufen die Testreihen, wobei die auf das Seil wirkenden Kräfte bei unterschiedlichen Windverhältnissen und Winkeln gemessen werden. Bis April will man nach Aussage von Andreas Werner, der bei CargoLifter für die Elektronik und die Dokumentation der Testreihen zuständig ist, die Arbeiten noch fortsetzen.

 

Wie er sagt, stehen mit verschiedenen Windkraftherstellern dann auch bereits die ersten Kunden für das Ballonkransystem vor der Tür. Dabei gehe es beispielsweise darum, bis zu 50 Meter lange Rotorblätter auf die Berge zu transportieren, wo der meiste Wind weht. Der Lastballon hängt dann an zwei Autos, die Ballon samt Last zum gewünschten Standort bringen. Ziel ist es natürlich, wieder einen Fesselballon an die Göltzschtalbrücke zu bringen. Deswegen geht die Suche nach Werbepartnern weiter. ina