Bald Schlecker Schnäppchen für Kunden

"Jetzt komme ich noch einmal und dann nimmermehr", heißt es im Märchen der Gebrüder Grimm von Brüderchen und Schwesterchen. So sei das auch mit den Schlecker-Kunden, wissen die Verkäuferinnen zum Beispiel in der Plauener Bahnhofstraße.

Längere Zeit schon sorgten Lieferengpässe für Frust. Regale blieben leer. Die Kunden fragten nach bestimmten Produkten, die nicht mehr nachgeliefert wurden. "Wir vertrösten die Kunden dann immer wieder", sagt eine 54-jährige Verkäuferin. Das funktioniere ein Mal, zwei Mal - doch dann wählen auch die treuesten Kunden Alternativ-Angebote. Noch hält die Plauenerin ihrer Schlecker-Filiale in der Bahnhofstraße Plauen die Treue.

"Klar Frau Trommer, ich bestell es einfach nochmal", versichert die Verkäuferin freundlich. Das werde bis zum letzten Tag so bleiben, sagt sie, auch wenn man inzwischen täglich mit der Entlassung rechne und die Hoffnung schwindet, dass der Markt offen bleibt. Bedauerlich findet es auch die Plauenerin , wenn Schlecker ganz aus der Stadt verschwindet. "Es ist traurig, wenn es hier immer weniger Angebote gibt", sagt sie. Vor allem für die Bewohner des nahen Pflegeheimes sei es schlecht, wenn auch der Drogerie-Markt in der Bahnhofstraße schließen sollte.

Während die Plauener auf Alternativen ausweichen können, bedeutet der Rückzug von Schlecker aus vogtländischen Kleinstädten eine Verschlechterung der Versorgung im Drogeriebereich. "Wir geben derzeit keine regionalen Daten heraus, welcher Schlecker Markt bleibt, welcher schließt", erklärt Dr. Alexander Güttler, zuständig beim Schlecker-Konzern für Pressekontakte. Das bleibe auch in den nächsten zwei Wochen so, selbst wenn das Medieninteresse groß sei. Geordnete Schließungen werde es danach geben mit deutlichen Preisnachlässen und Schnäppchen-Angeboten für die Kunden beim möglichen Abverkauf.

Schlecker sei nach den drastischen Einschnitten zukunftsfähig und werde das Sortiment optimieren, Preise senken, Läden umbauen, wenn Investorengelder verfügbar seien, hieß es. Derweil fordert Verdi-Chef Frank Bsirske Staatshilfen für die Schlecker-Mitarbeiter.