Bahn im Vogtland in Gefahr

Im Landesverkehrsplan 2025 definiert die Landesregierung im Vogtlandkreis vier Bahnstrecken als besonders unrentabel, so die Grünen in einer Mitteilung.

Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) empfiehlt derartige Strecken "abseits der Oberzentren" stillzulegen und durch Busverkehre oder alternative Bedienformen zu ersetzen. Im Vogtlandkreis sind die Bahnlinien Bad Brambach-Adorf-Weischlitz-Plauen, Weischlitz-Plauen-Greiz sowie Klingenthal-Auerbach-Herlasgrün davon betroffen. Die Landtagsfraktion der Bündnisgrünen will mit dem Antrag "Drohende Streckenstilllegungen im Bahnverkehr abwenden" am 17. Oktober im Landtag eine Abstimmung erreichen.

Wir fordern die Staatsregierung auf, den Landesverkehrsplan zu überarbeiten und die Kahlschlagpolitik im Schienenverkehr durch eine weitsichtige Bahnpolitik mit solider Finanzierung zu ersetzen", erläutert Eva Jähnigen, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion. Es sei ein Unding, wenn Minister Morlok den Verkehrsverbünden bereits einzelne Bahnstrecken zur Stilllegung empfiehlt. Damit schneide er Städte wie Auerbach systematisch vom Bahnverkehr ab.

"Erst kürzt Morlok den Verkehrsverbünden das Geld. Dann geht er gegen die Bahnstrecken mit geringeren Fahrgastzahlen vor", so Jähnigen. Sie fordert die Landtagsfraktionen von CDU und FDP auf, die ÖPNV-Kürzungen im Haushalt 2013/14 zurückzunehmen. "Angesichts steigender Zahlen von Pendlern und älterer Menschen müssen die Verkehrsverbünde auch das Geld für die notwendigen Aufgaben erhalten."

Die Konsequenzen der bisherigen schwarz-gelben Verkehrspolitik seien im Vogtland bereits sichtbar. "Auf der Strecke Falkenstein-Zwickau fahren bereits weniger Züge und die Strecken Zeulenroda-Mehltheuer und Zwotental-Adorf werden nur noch mit dem Bus bedient", so Jähnigen. Zwar bekomme Sachsen deutlich mehr Geld vom Bund für den öffentlichen Verkehr, reicht aber nur noch 73 Prozent davon an seine Verkehrsverbünde weiter. Das mache im Vogtland ein Minus von zwölf Millionen Euro aus. va