Bäume müssen Straße weichen

Thiergarten - Im Frühjahr geht es in Thiergarten los, die Straße durch den Ort wird erneuert und ein Fußweg kommt dazu.

 

Man könnte heulen, meinen nicht wenige Thiergartner leise, wenn man sich den idyllischen Anblick der alten Bäume entlang der - zugegeben - welligen, mit Pfützen und Schlaglöchern bestückten, teils engen alten Dorfstraße anschaut, deren Tage nun gezählt sind.

 

Doch es ist beschlossene Sache und die Einsicht weicht der Melancholie: Im Frühjahr beginnen durch die Stadt Plauen die Baumaßnahmen für eine neue Straße, die zudem mit einem richtigen Fußweg durch den Ort vervollkommnet werden wird. Und dies macht eben das Fällen von an die 40 Bäumen erforderlich. Trotz der vorher eingebrachten Bedenken im Stadtrat besonders von Dieter Rappenhöner (Grüne). Der hatte gemahnt, dass sich der Ort verändern und seinen dörflichen Charakter einbüßen werde. Als "eine Gewalttat an den Bäumen", bezeichnete Rappenhöner im Stadtrat die Pläne.

Dennoch, es wird nun gebaut und gefällt. 600 000 Euro sind im Haushaltsplan vorgesehen, sagte Manfred Eberwein, Baubürgermeister Plauens, im Vorfeld der umfangreichen Maßnahme. Zudem soll nach Möglichkeit auch noch unter der Straße eine Leitung für eine moderne Telekommunikationsverbindung gelegt werden. "Dass mit der schnellen Internetleitung wäre ja etwas, bisher hat mein Sohn immer improvisiert, ich kenne mich ja da gar nicht aus", meint die Thiergartenerin Dagmar Heinig, die Frau vom Feuerwehrchef, erfreut.

 

Mit der Modernität wird - klar - ein etwas anderes Dorfbild entstehen, gesteht die Bürgerin. So wird die Fahrbahn der Straße zum Burgteich von derzeit rund 3,50 Meter auf 4,50 Meter verbreitert. "Zumindest pflanzt man neue Bäume, viele sind ja auch morsch innen", sagt Dagmar Heinig.Neben der Straße wird ein Fußweg angelegt, so etwas gab es bisher im Ort nicht, und wird umso mehr begrüßt. "Die Autofahrer sind ja immer viel durch das Dorf gerast und als Fußgänger hat man sich nicht sicher gefühlt", wettert eine alte Dame, die nicht ihren Namen in der Zeitung lesen will.

 

Eine andere junge Bürgerin äußert Ähnliches: "Es ist sehr gut, dass man einen Fußweg baut, wir haben ja Kinder im Dorf, die zum Schulbus müssen, der Weg macht das sicherer", sagt Nancy Bartel. Dass nächstes Jahr für die Anwohner Einschränkungen durch gesperrte Straßen und Umleitungen kommen, wird durchaus gelassen gesehen. "Ja es wird schon mal geschimpft werden, aber wenn alles fertig ist, werden wir froh sein, eine neue Straße zu haben", blickt Dagmar Heinig voraus. F. Blenz