Bäume gefällt im Kletterwald

Der Borkenkäfer treibt sein Unwesen im (Vogtland)-Wald, auch an der Talsperre Pöhl. Unternehmer Jörg Böhm muss reagieren - wegen der Sicherheit.

Pöhl/Möschwitz - Eigentümer Jörg Böhm und seine Helfer fällten gestern ein knappes Dutzend Bäume - Bäume, die Teil der Kletterparcours sind, und andere. Die Haltebäume wurden in mehreren Metern Höhe gekappt: Ihre Fragmente bleiben stehen und tragen weiterhin Seile, Leitern und Halterungen, Netze, Schlingen und Sicherheitseinrichtungen, die für die einzelnen Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade nötig sind. 
"Die Fragmentbäume sind sicher und machen noch einige Jahre Dienst. Ein Sachverständiger prüft das jedes Jahr: Durch Abklopfen, Anbohren und andere Verfahren", sagt Böhm, der auch Kletterparks in Rostock und Ueckermünde betreibt; seine früheren Einrichtungen in Schöneck und Lützen bei Leipzig haben nach seinen Worten mittlerweile neue Eigentümer. Der Kletterwald auf mehr als einem Hektar unmittelbar am Vogtländischen Meer besteht seit 2004 und weist neun Routen auf - von kinderleicht bis superschwer. Laut Geschäftsführer Böhm zählt die Freizeiteinrichtung pro Jahr rund 15 000 Besucher.
Nach Böhms Worten ist das Problem mit dem Borkenkäfer nicht neu; bereits in den Vorjahren habe er einzelne Bäume deshalb aus dem Parcours entfernen müssen. Doch dieses Jahr habe sich das Problem in neuer Schärfe gestellt: "Im Frühjahr hatten wir bereits knapp zehn Bäume gefällt, vor 14 Tagen nochmal 14 und jetzt wieder gut zehn." Deshalb war gestern der Park für einen Tag geschlossen. 
Die gefällten Bäume - alles Fichten - werden für den Zweckverband "Talsperre Pöhl" in Meterstücke zersägt und verkauft, erklärt Böhm. 
Borkenkäfer schädigen den Baum, der am Ende eingeht. Laut Böhm ist Fällen die einzige Alternative, Pestizide sind keine Lösung. ufa