Bärin Nina aus Tierpark ist tot

Der Klingenthaler Tierpark hat innerhalb von acht Wochen zwei Bären verloren. Tierparkfreunde trauern um Braunbär Ingo und Grizzly-Dame Nina.

Von Cornelia Henze

Klingenthal - Ein kindskopfgroßes Geschwür saß in der Gebärmutter der 27-jährigen Bärin Nina. Da konnte auch der von der Uniklinik Halle kommende Veterinär Jens Thielebein, Fachtierarzt für Zoo-, Wild- und Gehegetiere nichts mehr machen, konstatiert Tierparkleiter Tino Richter. Weil es Nina schon länger nicht gut ging, war Thielebein bereits vor vier Wochen vor Ort. Für vorige Woche wurde nun der OP-Termin im Gehege anberaumt. Zuerst habe der Tierarzt per Sonde versucht, den Grund von Ninas Leiden zu ergründen. Schließlich wurde doch geschnitten und die ursprünglich vermutete Gebärmuttervereiterung entpuppte sich als nicht reparabler Krebs. Noch bei der OP wurde Nina eingeschläfert und erlöst. Ein zweites Leben bekommt Nina nun durch einen Tierpräparator aus Chemnitz. Auch Ninas Vater Taps, der einst als einer der größten Grizzlys Deutschlands galt, wurde präpariert und steht im Naturkundemuseum.
Vor einigen Wochen mussten sich die Tierparkbesucher auch von Braunbär Ingo verabschieden. "Ingo wollte nicht mehr. Er hat sich ins Außengelände gelegt und ist nicht mehr aufgestanden", so Tino Richter. Auch Ingo wurde vom Tierarzt letztlich erlöst. Mit 30 Lebensjahren hatte Ingo ein schönes Alter erreicht, wenngleich Bären auch locker 40 Jahre alt werden können. "Für uns war das bisher ein rabenschwarzes Jahr", sagt Tino Richter. Etliche der Tiere im Tierpark sind schon hochbetagt. Dazu gehört ein Pony und eine über 30 Jahre alte Eselsdame. Auch Ninas Mutter Ulla, die nun allein im Bärenzwinger zurückbleibt, hat schon 33 Jahre auf dem pelzigen Buckel.
Wird es neue Bären geben? "Klar, es geht weiter mit Bären. Bären gehören einfach zu unserem Tierpark und werden geliebt", so der Tierparkleiter. Bärenbabys, die etwas agiler durchs Gehege tollen, wären schön. Dennoch will Richter nichts übereilen, über die Neuanschaffung erst gründlich nachdenken. Dass nun unfreiwillig zwei Bären fehlen, sei die Chance, das in die Jahre gekommene Gehege zu modernisieren. Ulla könnte auf Zeit in das alte, weiter vorn liegende Gehege umziehen. Dass der Tierpark wegen der Erweiterung des Schulkomplexes 150 Quadratmeter abgeben muss, soll jedoch keinen Einfluss auf die Anschaffung neuer Bären haben.