Badstraße: Mit Tempo 20 durch Bad Elster

Tempo 20 statt Schrittgeschwindigkeit - heißt es nun wieder für die Autofahrer auf der Badstraße in Bad Elster. Nach einem Vor-Ort-Termin Ende September hat die Landesdirektion Chemnitz jetzt entschieden, dass im momentanen Zustand die Voraussetzungen als verkehrsberuhigter Bereich nicht erfüllt sind.

"Als Stadtverwaltung sind wir an diese Weisung gebunden und werden diese so schnell wie möglich umsetzen", so Bürgermeister Christoph Flämig. Vor knapp einem Jahr - am 22. Oktober 2008 - hatte der Bad Elsteraner Stadtrat mit knapper Mehrheit beschlossen, dass auf der Badstraße Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 Stundenkilometer) zu gelten habe. Dies zum Ärger vieler Autofahrer, die schlichtweg nicht eindeutig erkannten - trotz der Beschilderung - dass die vermeintliche "Hauptstraße" zu einer "Spielstraße" wurde. Diverse Widersprüche waren die Folge, was zur Einschaltung der Landesdirektion und zur nun getroffenen Entscheidung geführt hat.

In einem verkehrsberuhigten Bereich müsse die Aufenthaltsfunktion überwiegen - das sei den Autofahrern über die entsprechenden Verkehrszeichen hinaus kenntlich zu machen. Das ist im Falle der Badstraße nicht der Fall gewesen. Derzeit werde dem Kraftfahrer beim Einfahren in die Badstraße nicht bewusst, dass er es mit einem verkehrsberuhigten Bereich zu tun habe. Es fehle laut Landesdirektion das "atypische Straßenbild".

Die Schaffung einer einheitlichen Verkehrsfläche - sprich die gleiche Höhe von Straße und Fußweg - ist bei der derzeitigen Haushaltslage allerdings illusorisch", betont Bürgermeister Flämig. Kritik an der bisher bestehenden Regelung wurde bereits in den vergangenen Stadtratssitzungen laut. Auch Überlegungen zu einer Neuabstimmung über den "Fall verkehrsberuhigte Badstraße" wurden bereits mehrfach diskutiert.

Übrigens: Blitzer und eventuelle Bußgeldzahlungen für "Raser" in der "Spielstraße" sind Flämig nicht bekannt. Messungen habe es gegeben - diese sollten aber lediglich feststellen, ob die Autofahrer, die Neuregelung wahrgenommen hätten. Also aufpassen: Denn ab kommender Woche ist erneut Umdenken angesagt. M. W.