Badesalz schrubbt Lachmuskeln

Bad Elster - Mit einer turbulenten Comedy-Show war das hessische Duo "Badesalz" erstmals zu Gast im König Albert Theater Bad Elster.

 

"Badesalz" - das sind Hendrik Nachtsheim und Gerd Knebel, die eine urkomische Alltagskomik in ihrem komödiantenhaften Bühnenprogramm "Bindannda!" präsentierten. Das Ganze erzählt vom Dosenfabrikant Peter Lembach (Hendrik Nachtsheim), der von seiner Frau einen Gleitschirmflug geschenkt bekommen hat. Doch sein ursprünglich geplanter Flug dauert unerwartet nicht nur ein "Viertelstündche", sondern ganze sieben Stunden und es verschlägt den kühnen Flieger in die hessische Wildnis.

 

Dort gibt es außer Einsamkeit einfach nichts, erst recht keinen Handyempfang und auch keinen Bus oder eine Halstestelle. "Solche Zustände gibt?s doch höchstens noch in Brandenburg", meint Lembach, der mitleiderweckend auch noch die gute "Kartoffelsupp" seiner Christa vermisst, ehe er auf den sonderbaren Einsiedler Noah (Gerd Knebel) trifft und sich die rund 400 Zuschauer eineinhalb Stunden köstlich amüsieren durften, wie die beiden in ihrem scherzhaften Rollenspiel nun notgedrungen versuchten, miteinander klar zu kommen.

Das Lachmuskeltraining heizten beide mit vielen hintersinnigen Wortduellen und Schnellspracheinlagen sowie kuriosen Sketchen und schrägen Liedern an. Noah öffnet seinem himmlischen Gast die Türen seiner sonderbaren Behausung, in der sich der absonderliche Bewohner nicht nur von ungarischer Mäusesülze und Bisamratte à la Berlusconi ernährt, sondern unter anderen auch voller Stolz Stefan Raab im Kaffeesatz servierte und außerdem die Erfindung seines "Babbelkraftwerkes" präsentierte, das ein törichtes Geschwafel der Politiker in Strom verwandelt. Pejorativ auf die Schippe genommen wurden außerdem die Vorliebe katholischer Geistlicher für kleine Jungs und die Pleite des Kapitals, dem schon bald die Todesglocke läuten wird.

 

Eine Notdurft Lembachs, die er sich äußerst plagend auf einem Eimer unter einem "Mielo"-Pappkarton verrichten muss, begleitete Noah mit trauigen Musikparodien, bevor sich dann beide gemeinsam gesinnungstüchtig der Herausforderung stellten, eine Kiste voll Kultur für Außerirdische zu packen, damit die nicht denken, die Menschheit dieser Erde wäre durch Vorabendserien und Schweinegrippe im TV komplett verblödet.

Scharfsinnig gewürzt wurde das "Badesalz"-Rollenspiel außerdem mit einem meisterhaft dargebotenen Sketch, als das Coemdy-Duo ein virtuelles Mikado- und "Mensch ärger dich nicht"-Spiel inszenierte, bei dem sich die Zuschauer vor Vergnügen auf die Schenkel klopften und stürmischen Applaus spendeten.                     Steffen Adler