Baden - aber mit Anstehen

Spielt das Wetter mit und läuft alles plangemäß, dann dürfen die beiden Plauener Freibäder in Haselbrunn und im Preißelpöhl am Pfingstmontag die ersten Badegäste empfangen.

Von Ingo Eckardt

Plauen  Um die Badöffnung nach den derzeitigen Regelungen bezüglich Hygiene und Abstandsregelungen im und neben den Wasserbecken rechtlich zu sichern, wurde beim Vogtlandkreis ein umfangreiches Hygienekonzept eingereicht, das bis auf zwei kleine Punkte so auch bestätigt wurde. "Wir mussten leider die Kapazitäten der beiden Freibäder zu unseren ursprünglichen Planungen nochmals ein wenig nach unten korrigieren. Aktuell dürfen in das Freibad Haselbrunn gleichzeitig 378 Badegäste eingelassen werden, im Freibad Preißelpöhl sind es 285. Sonst waren bei besonders schönem Wetter zwischen 800 und 1.200 Besucher täglich in jedem der Bäder", erklärt Pierre Grasse. Man werde mit einem Zählkartensystem arbeiten und habe sich gegen ein Online-Anmeldesystem entschieden. Sportbürgermeister und Bäder-Aufsichtsratschef Steffen Zenner befürchtet: "Wartende werden hier in Haselbrunn auf 16.000 Quadratmeter Badfläche schauen, die fast leer sind. Man kann nur auf Verständnis hoffen."
Pierre Grasse betont, dass man trotzdem auch in eingeschränktem Maße ein Gastronomieangebot vorhalten werde. Die Duschen und Umkleiden sind für die Besucher geöffnet. "Alle sollen sich aber an die Regeln halten, vor allem auf Abstände achten. Im Preißelpöhl werden wir Kreuze auf dem Rasen abstecken, um das zu gewährleisten", so Grasse. Sein Aufsichtsrats-Chef Zenner fordert zudem gesunden Menschenverstand ein, der nach wie vor gefragt sei. Zudem hofft er darauf, dass die angekündigten nächsten Lockerungen auch positiv auf die Freibäder Wirkung entfalten werden - schließlich koste diese Selbstbeschränkung den Gesellschafter Stadt Plauen eine Menge Geld - insbesondere für Personal, Wasseraufbereitung und natürlich Erhaltung und Pflege der beiden Freizeiteinrichtungen. Während die Öffnungszeiten bleiben, wie gehabt, müssen sich die Besucher auf gestiegene Eintrittspreise einstellen. Zwischen 10 und 19 Uhr ist an Wochentagen geöffnet, an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien von 9 bis 20 Uhr und wenn das Wetter passt auch ein wenig länger.
"Die Preissteigerungen wurden im Aufsichtsrat im Januar - also noch vor der Corona-Zeit - verabschiedet", erklärt Steffen Zenner. So zahlen Erwachsene für die Tageskarte nun vier statt drei Euro. Kinder (von 3 bis 15 Jahren), Behinderte Schüler und Studenten zahlen zwei Euro statt bisher 1,50 Euro. Die Familientageskarte kostet zehn statt acht Euro und Kindergruppen (ab zehn Kinder mit Begleitperson) bezahlen pro Nase 1,50 Euro statt 0,50 Euro. Inhaber des Plauen-Passes sind ebenfalls mit 1,50 Euro dabei (bisher ein Euro) die Saisonkarten kosten 75 Euro (Erwachsene bisher 65 Euro) und 55 Euro ermäßigt (bisher 45 Euro). "Ganz neu haben wir eine Ein-Stunden-Karte für zwei Euro beziehungsweise ermäßigt einen Euro eingeführt. Diese ersetzt die Abendschwimmzeit ab 17 Uhr", erklärt Grasse.
Auch Simone Schurig, die Schul- und Sportreferentin der Stadt, war gestern mit vor Ort und informierte darüber, dass auch mit den vier großen Schwimmvereinen gesprochen wurde, um die Möglichkeit eines Leistungssporttrainings im Freibad zu ermöglichen. "Unter Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen soll dies durchgeführt werden. Die Vereine waren da sehr kooperativ und zugewandt", sagt Simone Schurig.
Bäder-Geschäftsführer Pierre Grasse nutzte die Chance, auch einmal den Gesundheitsamtsmitarbeitern im Landratsamt einen Dank auszusprechen.