Bad Elster gestaltet Rosengarten und Gondelteich neu

Rosengarten und Gondelteich, zwei Bereiche des Paul-Schindel-Parks in Bad Elster, erhalten eine Kur. Dazu zählt eine neue Insel im Luisa-See.

Bad Elster - Der 34 Seiten umfassende Zuwendungsvertrag der Sächsischen Aufbaubank (SAB) für EU-Fördermittel aus dem Ziel3-Programm liegt im Rathaus - bereit für die Unterschrift von Bürgermeister Christoph Flämig. Kooperationspartner ist Asch in Tschechien. Beide Städte wollen ihre Parkflächen sanieren und damit gegenseitigen Austausch schaffen, informierte Flämig bei einem Pressegespräch. Dass Partner beiderseits der Grenze aktiv werden, sei Bedingung für die Fördermittel. Die Stadt Bad Elster nimmt die Rolle des Lead-Partners ein und übt damit eine Kontrollfunktion für das gesamte Vorhaben aus. Flämig will aufgrund des höheren Verwaltungsaufwands eine zusätzliche Teilzeitstelle im Rathaus schaffen.

"Vier Jahre haben wir gekämpft", erzählt der Bürgermeister. Erste Gedanken und Gespräche zum Projekt, das ursprünglich viel umfangreicher angelegt war, gehen auf den Herbst 2007 zurück. Dabei sollten die Parkflächen von der Johann-Christoph-Hilf-Straße bis an die tschechische Grenze in Richtung Dubrava erfasst werden. Als Schwerpunkt war die Sanierung des Naturfreibades angedacht, die nun nach heftigen Diskussionen herausgefallen sei. Dieses erste Projekt erschien mit 15 Millionen Euro Umfang zu groß für eine Förderung, berichtete Flämig. Die aktuelle Vorplanung, die sich durchgesetzt hat, geht von einer Bausumme von insgesamt 3,1 Millionen Euro für beide Städte aus. Die EU fördert mit 85 Prozent. In Asch soll nach eigener Planung der Tschechen der Park des Friedens neu gestaltet werden. Eine Freilichtbühne ist als gemeinsamer Veranstaltungsort gedacht. Bad Elster bekommt 1, 7 Millionen Euro, 849 000 Euro Fördermittel gehen an Asch. Für beide Städte wird ein gemeinsames Marketing-Konzept erarbeitet. Eingebunden ist der Elster-Radweg.

Der Rosengarten erhält sein ursprünglich von Paul Schindel geplantes Gesicht. Die zentrale Sichtachse soll geöffnet werden, die Hecke an der Hilf-Straße verschwindet. Blickpunkt ist künftig das erhabene Rund eines Ornament-Beets. Der östliche Teil - er führte bislang ein "Stiefmütterchendasein" - wird unter anderem mit einer Pergola aufgewertet und erhält zwei neue Öffnungen sowie zusätzliche Wasserflächen.

Neu gestaltet wird auch der Übergang zum Gondelteich. Wege werden grundhaft saniert mit neuer Drainage. Planer ist das Büro "Blattwerk" aus Erfurt. Dessen Fachkräfte erkannten, dass die Uferlinie des Sees zu niedrig liegt. Der auch als Luisa-See bekannte Gondelteich wird entschlämmt und erhält seine ursprüngliche Tiefe wieder. Bootsverleih, Zu- und Ablaufeinrichtungen müssen erneuert werden. Das Geländeniveau wird angepasst. Bei ihren Akten-Recherchen fanden die Planer heraus, dass der See eine Insel hatte - etwa auf der Höhe des "Goldenen Ankers". Die 430 Quadratmeter sollen wieder aufgeschüttet werden.

Der Rest des Jahres wird für die Bauvorbereitung genutzt - für Rodungen, Abbrucharbeiten und Geländeregulierung, informiert Flämig. In die heiße Phase geht es in den kommenden beiden Wachstumsperioden, "Ende 2013 muss alles fertig sein".

Dann endet auch das Förderprogramm. Die Fördermittel werden in vier Jahresscheiben bis 2014 ausgereicht, die Stadt müsse für einzelne Rechnungen in Vorleistung gehen.

Dass im Projekt das Naturfreibad nicht enthalten ist, findet Flämig "ein bisschen ärgerlich", dort besteht für ihn der dringendste Bedarf. Negativ Stellung bezogen habe das Wirtschaftsministerium. "Sportstätten werden nicht gefördert. Unser Argument, dass es sich um keine Sportstätte, sondern um den Bestandteil eines denkmalgeschützten Parks handelt, wurde nicht akzeptiert", erklärt der Bürgermeister. Allein 2,5 Millionen Euro seien als Investition für das Naturfreibad notwendig. Im kommenden Jahr will die Stadt "in kleinen Schritten" auch hier vorankommen. Nach und nach sollen die hölzernen Umkleiden durch neue sanitär verbesserte Holzbauten ersetzt werden. R.W.