Autoschlosser mit Weltniveau

Kfz-Meister Jens Benedix kann man blind vertrauen, wenn das Auto mal "muckert": Der 42-Jährige aus dem Reichenbacher Mazda-Autohaus hat den Vize-Titel bei der Maz-Tech-WM im japanischen Hiroshima geholt.

Von Cornelia Henze

Reichenbach/Rodewisch - Fehler finden, erkennen, analysieren, beheben. Und das in 70 Minuten. Sechs solcher Defekte, sei es am Temperaturführer, der Drosselklappe oder am Fensterheber, hat die Wettbewerbsjury für die 15 internationalen Teams eingebaut. Mit Benedix im Team Deutschland trat Thomas Schraml aus Landsberg am Lech an: Schraml verwies im vorigen Jahr zum nationalen Maz-Tech-Contest Benedix auf Platz zwei. Seit der Maz-Tech-EM in Rom im Herbst 2018 treten die beiden besten deutschen Mazda-Kenner als Team auf und holten schon in der Ewigen Stadt den Vizetitel - damals nach Österreich. 
Beim Vize blieb es auch auf Weltebene in Japan: Den Titel mussten die beiden Deutschen den Australiern überlassen, auf Platz drei folgte das Mazda-Land Japan. "Beim Wettbewerbsteil On-Vehicle waren wir die Besten. Nach 60 Minuten hatten wir alle sechs Fehler diagnostiziert und repariert. Beim Off-Vehicle hatten wir gegenüber den Australiern ein paar Punkte liegengelassen", resümiert Jens Benedix. 
Das passiert, stand man doch bei der Bauteilprüfung an der Werkbank ebenso enorm unter Stress und Druck. In 30 Minuten war Bestleistung in der Fehlersuche gefragt. Dass diese das Vize-Team aus Deutschland gezeigt hat, keine Frage. Intensiv hat sich das Team Schraml/Benedix auf die Mazda-WM vorbereitet. Gecoacht wurde es von Wolfgang Höher, dem Leiter des Prüf- und Testlabors des japanischen Autoherstellers in Deutschland - Höher wurde bei einem Contest vor längerer Zeit selbst einmal Weltmeister. 
Für die Leistung der zwei Autospezialisten gab es Pokal, Urkunde und zu Hause eine Menge Glückwünsche. Hätte er es noch miterleben können, so wäre Opa Helmut Benedix, der seit 1976 in Rodewisch einen Kfz-Betrieb führte und somit das Fundament für den Autohandel in seiner Familie legte, richtig stolz auf die Erfolge des Enkels in Japan gewesen. 
Ebenso großen Respekt zollen ihm seine Eltern und sein Onkel Thomas Benedix, dem Inhaber des Autohauses am Kalten Feld in Reichenbach. Dort wurde er von der Familie und seinem Team aus der Werkstatt am Montag großartig empfangen. Rumgesprochen hat sich Jens‘ Leistung sicher auch bei den Fußballfreunden aus Waldkirchen, mit denen der heute mit Frau und Kind in Ellefeld lebende Benedix in der Freizeit auf dem Platz steht. Nach dem ganzen Trubel und dem 10-tägigen Japan-Erlebnis lässt Jens Benedix den Alltag wieder an sich ran. "Wegen des harten Trainings für alle drei Wettbewerbe haben mir Familie und Team im Autohaus immer den Rücken frei gehalten. Dafür bin ich dankbar", so der 42-Jährige. Im Werkstattteam wolle er sein Wissen bei der Fehlersuche einbringen, sich aber nicht als großartiger Diagnose-Champion aufspielen. "Denn das ist nicht meine Natur", so der Vizeweltmeister bescheiden.