Autokino an Pöhl ist Filmgeschichte

Das Autokino an der Pöhl ist tot. "Ich habe komplett geschlossen und werde auch nie wieder aufmachen", sagt der letzte Besitzer Thomas Rößiger.

Pöhl - In den vergangenen Jahren habe das Autokino so wenig Zuspruch bekommen, dass sich ein Weiterbetrieb einfach nicht mehr lohne. Zudem erreichten durch den Straßenbau noch weniger Kintop-Freunde das Kino unter freiem Himmel, was noch mehr Abbruch tat. Der teuer eingekaufte Film, so klagte der Kinomann schon vor einem Jahr, könne so durch Eintrittsgelder kaum wettgemacht werden. Außerdem kam es Rößiger teuer zu stehen, wenn er wegen Besuchermangel den Film nicht abspulte: Der Filmverleih forderte eine Geldstrafe ein.

Schon in der vorigen Saison liebäugelte Thomas Rößiger damit, das Autokino an den Nagel zu hängen. Damals hoffte er noch, sein Geschäft an den Hofer Kino-Betreiber, der auch das Plauener Capitol hält, abzugeben. Interesse war da. Doch von einer Übernahme hat nun auch "Capitol" abgesehen. "Zu kostenintensiv", begründet Stefan Schmalfuß, Prokurist vom "Capitol". In Hof sowohl im Plauener Capitol laufen heutzutage fast alle Filme über Digitaltechnik. Acht von sechs Sälen im Capitol seien bereits auf digital umgerüstet. Somit beziehe man fast nur noch Digital-Filme, die Filmvorführtechnik im Autokino sei aber noch nach herkömmlicher Art. Irgendwann gebe es aber die Filme für Analog-Technik nicht mehr, das sei ähnlich wie mit den Video-Kassetten. Und ein Umrüsten des Autokinos sei definitiv zu teuer, so Schmalfuß.

So blieb Thomas Rößiger nichts übrig, als die Vorführtechnik zu verschrotten. Er selbst ist als Hauptfilmvorführer und Techniker im "Capitol" der Branche treu geblieben. Seit 1992 gab es an der Pöhl das Autokino. Erster Besitzer war Manfred Lenk. Nach dessen Tod im Jahr 2007 übernahm Thomas Rößiger das Kino. Nunmehr wird das Autokino nur noch Erinnerung im Kopfkino sein.