Autobahn 72 nervt Anwohner

Plauen - "Lärm macht krank", sagt Ursula Hiebl. Sie hat damit so ihre besonderen Erfahrungen gemacht und sich dies bis jetzt nicht gefallen lassen.

Schließlich wirbelt die Plauenerin in der Bürgerinitiative Sorga mit, ein Engagement eines Wohngebietes gegen den Verkehrslärm von der nahen Autobahn A 72 her. "Wenn wir uns auf der Terrasse Freitagnachmittag in den Abend hinein unterhalten wollen, dann müssen wir schon lauter werden und manchmal gar schreien", berichtet Ursula Hiebl. Was bleibt ist dann, ins Haus zu gehen.

Doch ein wenig Freude empfindet sie in diesen Tagen, gesteht die Rentnerin, die früher mal Diplomingenieurin für Kunststoffverarbeitung und zuletzt nach der Wende als Kurierfahrerin tätig war. "Seitdem vom Verkehrsministerium Fachleute bei uns waren zur Versammlung und die endlich genehmigten Baumaßnahmen erläuterten, sehen wir einen Lichtblick. Die Maßnahme hat ja auch schon begonnen", sagt die 62-Jährige und blickt auf die Autobahnbrücke, die keine 300 Meter vor ihrem Haus vorbeiführt. Seit 2006 kämpfen die Sorgaer, jetzt ist erste Änderung "hörbar".

Tatsächlich klingen beim Übergang von Brückenfahrbahn zur normalen Fahrbahn die Autos bei der Querung weniger heftig. "Dieses Klacken ist kaum noch zu vernehmen Dank einer modernen Übergangskonstruktion", sagt die Sorgaerin. Sie werde weiter kämpfen, damit die Baumaßnahmen einschließlich eines Lärm hemmenden Asphalts für die Bewohner in den 92 betroffenen Häusern ein bisschen mehr Lebensqualität bringen. fb