Austritt der Sparkasse kostet 21 Millionen

Acht Jahre später hätten sich die meisten gewünscht, damals ein Stück klüger gewesen zu sein. Im Jahr 2004, als es darum ging, dass der Zweckverband Sparkasse Vogtland der Sachsen-Finanzgruppe (SFG) beitrete, die man mittlerweile lieber heute als morgen wieder verlassen möchte.

Doch so schnell geht das nicht, weshalb die Stadträte am Dienstag den Oberbürgermeister erst mal zur "Abgabe einer qualifizierten Absichtserklärung für den Austritt" bevollmächtigen mussten, was sie einstimmig taten. Mit 11,5 Prozent ist die Sparkasse Vogtland an der Sachsen Finanzgruppe beteiligt. Und da sie zu den bestaufgestellten Mitgliedern gehört, hätte sie im Falle eine Austrittes auch die höchsten Kosten zu zahlen, resultierend aus ihrem Wert.

Oberbürgermeister Oberdorfer machte sich dennoch stark für einen baldmöglichen Austritt. 21 Millionen Euro "Ablöse" seien zwar viel Geld, dokumentieren aber andererseits das stetige und gesunde Wachstum der vogtländischen Sparkasse. Das Dilemma um die SFG begann mit dem Ausscheiden des Freistaates aus diesem Gremium. Dafür musste die SFG einen 108-Millionen-Euro- Kredit aufnehmen, der bei Austritten von Mitgliedern von diesen anteilmäßig zu übernehmen sind. Oberdorfer erinnerte an die damaligen Ausgangsbedingungen, als man glaubte, mit einem Konstrukt wie der SFG effektiver wirtschaften zu können. Damit einher ging die Angst, als kleine Bank ins Hintertreffen zu geraten.

Doch mit dem folgenden Notverkauf der Sächsischen Landesbank, ebenjener, die auch an den Schulden des ZWAV beträchtlichen Anteil hat, entfiel die Klammerfunktion der SFG, eine Flucht Richtung Ausgang setzte ein. "Das Abenteuer endete im Desaster", machte Klaus Jäger (Linke) seinem Unmut Luft und erinnerte daran, dass seine Partei damals als einzige gegen den Beitritt gestimmt hatte. Aus einem Konstrukt sei ein Korsett geworden, die Sachsen würden jahrelang die Zeche zahlen. Selten so einmütig mit dem politischen Gegenspieler zeigte sich CDU-Fraktionschef Hansjoachim Weiß. Es sei das Recht der Opposition, auf Dingen rumzuhacken, die schief gelaufen seien, er erinnerte aber zugleich daran, dass man sich damals bewusst entschieden habe, quasi unter sächsische Regie zu bleiben. "Nicht die Fusion war schlecht, sondern ihre Auswüchse", so Weiß. Wie sagt gleich der Volksmund? Hinterher sind immer alle schlauer. tp