Australischer Frohsinn in Plauen

Plauen -Zwei australische Frohnaturen bringen Leben ins Vogtland. So sind mit einem Satz Jacqueline O?Connell und ihre Cousine Hanna zu beschreiben.

 

 Jacqui, wie die 35-Jährige von allen genannt wird, lebt nun schon länger in Deutschland. Durch einen Austauschstudent knüpfte sie bereits 1992 erste Kontakte nach Europa. Mischa aus Berlin lud sie später ein. 2006 wollte sie für ein paar Wochen Urlaub machen. Besuchte München, Köln und ließ sich dann später überreden, in Chemnitz Sprachunterricht zu geben um ein bisschen Geld zu verdienen. Aus ihrem Urlaub wurde Alltag und an einen Rückflug in ihre Heimatstadt Canberra gab es keinen Gedanken mehr. Erst 2008 lernte sie ihren jetzigen Mann kennen und zog nach Plauen. Hier schuf sie sich mit Sprachunterricht eine kleine Existenz. Vom Kind bis zum Geschäftsmann lernen alle gern bei ihr. Auch in der Volkshochschule ist sie gern gesehen und gibt regelmäßig Kurse. In der vergangenen Woche begann ein Intensivlehrgang, in dem mehr als 20 Teilnehmer täglich mit der Australierin üben.

Unterstützung bekommt sie diesmal von ihrer Cousine Hanna. Ein Herz und eine Seele sind die beiden, haben das gleiche sonnige Gemüt, viel Humor und lachen eigentlich rund um die Uhr. Fast wären die beiden noch am gleichen Tag geboren, erzählen sie, doch die Natur wollte es damals anders. Im Gegensatz zu Jacqui spricht Hanna kaum Deutsch, versteht allerdings schon viel. Dafür hat sie jede Menge andere Talente. Als Sängerin war sie gerade in China unterwegs. "Ich singe leidenschaftlich gern Jazz und Oper. In China damit aufzutreten war etwas ganz Besonderes.

 

Das ist wirklich ein Privileg", ist die ebenfalls 35-Jährige noch ganz begeistert. Und ein weiteres Hobby sorgt für viel Gesprächsstoff. Wenn Hanna an die Fliegerei denkt, dann fangen ihre Augen an zu strahlen. Bisher durfte sie nur kleine Maschinen bewegen, wenn sie jedoch in etwa einem Jahr zurück in Australien ist, dann möchte sie auch den Schein für die ganz Großen machen.

"Meine Hobbies sind da eher langweilig", lacht Jacqui, "ich sticke gern und mag Ausritte mit dem Pferd. An erster Stelle jedoch steht mein kleiner Sohn." Ein Jahr jung ist der Kleine nun, der zweisprachig aufwächst. "Eigentlich sprechen wir zu Hause hauptsächlich Englisch. Aber mein Mann und natürlich auch meine Schwiegereltern reden Deutsch mit ihm. Ich habe nur ein bisschen Bedenken, dass er später mal besser Englisch sprechen kann als seine Lehrer in der Schule", lacht die junge Mutter, die in Rentzschmühle wohnt. Ihre Familie in Australien besucht sie jedes Jahr. Doch im Vogtland fühlt sie sich sehr wohl.

 

"Die Menschen hier sind wirklich toll, so freundlich und ein bisschen vogtländisch kann ich auch", erzählt sie und gibt gleich eine Kostprobe. Hanna jedoch kann sich eher nicht vorstellen, für immer hier zu bleiben. "Ich kann nicht ohne Strand leben", sagt sie, schließt jedoch nicht aus, später auch irgendwo außerhalb Australiens zu leben, denn noch ist sie ungebunden und weiß noch nicht wo sie die Liebe ihres Lebens findet.

 

Von Stephanie Rössel