Ausstellung Industriekultur - Plauen bleibt außen vor

"Authentisch, nachhaltig, machbar, attraktiv" - mit diesem Slogan hatte sich Plauen mit dem Areal der Hempelschen Fabrik als Austragungsort der "Industriekultur" 2018 beworben. Doch die Stadt ist definitiv aus dem Rennen.

Plauen - "Die Suche nach einem zentralen Ort für die Leitausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung zum Thema Industriekultur im Jahr 2018 läuft auf Hochtouren." Doch diese Information von Andreas Friedrich, Pressesprecher im Ministerium für Wissenschaft und Kultur, ist nur die eine Seite der Medaille.

Zwar prüfen nach Aussage des Ministeriumsvertreters die Fachleute gemeinsam mit einem Fachgremium die Eignung der Bewerber, doch konzentriert sich diese Prüfung inzwischen auf Aue, Oelsnitz im Erzgebirge und Oberlungwitz. Plauen sei inzwischen abgesagt worden, wie auch den Städten Glauchau und Johanngeorgenstadt.

Plauen hatte sich nochmals beworben als feststand, dass Zwickau, das ursprünglich den Zuschlag erhalten hatte, aus Termingründen absagen musste - der Horchbau wäre nicht rechtzeitig fertig geworden.

In kurzer Zeit hatte Plauen eine Bewerbungsmappe fertiggestellt, in der die Vorzüge der Hempelschen Fabrik aus den verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurden. Vor allem wurde mit dem Areal als "authentische Industriekultur" geworben und eine Zeitlang schien es auch so, als wären Fachleute und Jury besonders von den Plänen zur Nachnutzung der Hallen angetan.

Unter dem Titel "Manufaktur 2020 war ein Projekt erarbeitet worden, das die Ansiedlung innovativer Unternehmen der Kreativwirtschaft vorsah. Zuletzt hatte sich sogar das global agierende Unternehmen GK Software aus Schöneck eingebracht und für einen "IT-Pool" in der Elsteraue geworben.

Besonders engagiert für die Industriekultur-Ausstellung hatten sich der Verein der Freunde Plauens, der Förderverein Komturhof Plauen und das Forum Baukultur, sowie zahlreiche Bürger der Stadt. Doch ihr Engagement wurde letztlich nicht belohnt, obwohl auch in dem Bewerbungsschreiben nochmal explizit darauf hingewiesen wurde, dass sich in der Elsteraue die eigentliche Wiege der sächsischen Industrie befinde.

"Bei den noch verbliebenen drei Bewerbern muss nicht nur geklärt werden, ob sich die vorgeschlagenen Räumlichkeiten baulich und fachlich eignen sowie für Besucher gut mit allen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Vielmehr müssen auch Eigentumsfragen, eine sinnvolle Nachnutzung des Ausstellungsgebäudes und die Förderfähigkeit einer eventuell nötigen Sanierung des Gebäudes der zentralen Schau geklärt werden", heißt es in dem Schreiben des Pressesprechers von Kultusministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD).

Genau diese Aspekte waren den Verantwortlichen aber in der Plauener Bewerbung beantwortet worden. Über das endgültige Ergebnis des Auswahlverfahrens werde das sächsische Kabinett bis Ende April entscheiden, gibt Friedrich den Zeitplan wieder. "Sollten vom bestplatzierten Bewerber bis dahin noch nicht alle Voraussetzungen restlos erfüllt sein, wird die Staatsregierung eine Empfehlung aussprechen und Gelegenheit geben, noch offene Fragen - mit ihrer Unterstützung - zeitnah zu klären."

Doch damit des für Plauen bitteren Kelches noch nicht genug: Die Stadt gehört auch nicht zu den Ausrichtern der sechs flankierenden Begleitausstellungen an authentischen Orten - auch dafür hatte man sich stark gemacht, als Zwickau den Zuschlag erhalten hatte. Besagte Begleitausstellungen werden sein:

- Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)

- Tuchfabrik Gebrüder Pfau Crimmitschau (Textilindustrie)

- Sächsisches Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)

- Eisenbahnmuseum Chemnitz Hilbersdorf (Eisenbahn/Güter- und

Energietransport)

- Bergbaumuseum Oelsnitz im Erzgebirge (Steinkohlebergbau)

- Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau, Ressourcentechnologie).

Wenn Ministerin Eva-Maria Stange am Freitag in anderer Mission dem Vogtland einen Besuch abstattet, wird sie in Sachen Industrieausstellung also mit leeren Händen kommen. Ach ja, und Plauen steht ja sowieso nicht auf ihrem Besuchsprogramm. tp