Ausnahme für Mittelschule Bad Elster gefordert

Bad Elster - Bad Elster kämpft um seine Mittelschule - mit einem offenen Brief von Elternsprecher Ronny Bürgelt, der über die Stadtverwaltung an lokale und Politiker verschickt wurde. Darin heißt es unter anderem:  "Als Elternsprecher der Mittelschule Bad Elster wende ich mich heute an die Öffentlichkeit und informiere über die Probleme unserer Schüler. Dabei geht es nicht um Kriminalität, Drogen oder andere schlimme Dinge. Es geht um unsere Schule selbst und das alljährliche Ringen und Kämpfen um den Erhalt ihrer schönen Mittelschule in Bad Elster.

Der oft geforderte Wettbewerb wurde in Bad Elster sehr ernst genommen und so ist es gelungen, die durch Steuergeld von zirka elf Millionen Euro sanierte Einrichtung trotz aller Unkenrufe bis heute zu erhalten. Erfreulich dabei, dass ein Großteil der Kinder nicht aus Bad Elster, sondern von den umliegenden Gemeinden kommt. Hier scheint es den Kindern zu gefallen, denn auch dieses Jahr sind die Anmeldezahlen zur Bildung einer fünften Klasse wieder ausreichend. Aber eben doch nicht ausreichend für einen zweizügigen Schulbetrieb in Adorf.

Denn Adorf ist nach Kreistagsbeschluss der Hauptschulstandort und diesen gilt es zu sanieren. Also werden 7,5 Millionen Euro Steuer- oder Fördergeld benötigt, um den Adorfer Schulstandort auf ein Niveau zu bringen, wie es seit über einem Jahrzehnt bereits in Bad Elster existiert.

Demzufolge musste den Eltern die schlechte Nachricht mitgeteilt werden, dass es 2009 keine fünfte Klasse in Bad Elster geben wird und ihre Unterlagen nach Adorf weitergereicht wurden. Mit dieser Nachricht wollte sich der Großteil der Eltern jedoch nicht zufrieden geben und legte Widerspruch ein - ohne Erfolg. Nach dem Gesetz sei die Einzügigkeit von Mittelschulen in Ausnahmefällen bereits möglich ist. In der Praxis wird davon jedoch kaum Gebrauch gemacht. So stellt sich nun für uns Eltern die Frage, ob umfangreiche Baumaßnahmen an der Adorfer Schule keinen Ausnahmefall darstellen und die Entscheidungsträger nicht prüfen sollten, hier in die vorhandenen Räumlichkeiten nach Bad Elster auszuweichen.

Auch wenn nur ein Teil, also die Kinder, die sich für Bad Elster entschieden haben, nicht in Adorf unterrichtet wird, stellt das doch eine enorme Entlastung für alle Beteiligten der kommenden Bauarbeiten in Adorf dar. Also hier mein Aufruf an alle Volksvertreter, denen es nicht nur um die Verteidigung ihrer "Erbhöfe" geht, alle Möglichkeiten einer Ausnahmeregelung zu prüfen und somit für alle eine erträgliche Situation zu schaffen."