Auskehr nach der Gartenschau in Reichenbach

Reichenbach - Nur zwei Wochen nach dem Ende der Landesgartenschau sind bereits alle Beete wieder leergeräumt und die Pflanzen bis auf einige Riesen-Exemplare auch schon verkauft.

 

Die zahlreichen Container wurden weggeschafft, die große Bühne abgebaut und auch die Ausstellungshallen im Unteren Bahnhof beräumt. Den Parkplatz am Kalten Feld gibt es nicht mehr. Das Indianer-Tipi hat einen neuen Platz beim Christlichen Verein Junger Menschen gefunden. Die weiträumige Beschilderung für die Gartenschau wurde abgebaut und die Behelfsampel Am Graben ausgeschaltet. Wehmütige Stimmung herrscht auf dem Gelände, das vor dem Winter noch einen Rasenschnitt erhielt und derzeit vom Laub befreit wird.

Die etwas wehmütige Stimmung bestätigt auch Geschäftsführerin Kerstin Thomä. Die Mitarbeiterzahl der Landesgartenschaugesellschaft schrumpft fast täglich und von Vorfreude, Euphorie und wechselnden Highlights sind nur die schönen Erinnerungen geblieben.

Nichts desto trotz werden jetzt die restlichen Arbeiten angepackt. Die Blumen- und Schmetterlingshalle muss bis Ende Januar vollständig leer geräumt werden. Das Festzelt ist noch nicht abgebaut und auch die Zerlegung und Schredderung der Flaschenkirche steht noch an. Hinter den Kulissen laufen derweil die Überlegungen, wie es nach der Gartenschau auf dem Gelände, das eine eindrucksvolle Wandlung vom einstigen textilindustriellen Zentrum zu einer facettenreichen Ausstellungsfläche durchlebt hat, künftig weitergehen soll. Im Rathaus gibt es eine spezielle Arbeitsgruppe, die sich damit beschäftigt.

 

Sie soll Antworten auf anstehende Fragen finden. Ob beispielsweise der Zaun um das Gartenschaugelände erhalten bleiben soll? Wer als Nachnutzer in die fünf sanierten Gebäude einziehen wird? Oder wie die Pflege der weiträumigen Grünflächen in Zukunft organisiert und finanziert werden kann?

Andere Details sind dagegen schon lange klar. So bleiben die Abenteuerspielplätze, die Minigolf- und Skateranlage und auch der Pink Pool genauso erhalten wie die Partnerstadtgärten, die Gärten der Generationen und der Erlebnisweg. Auch die großen roten Kissen sollen im nächsten Sommer wieder "Faulenzer" anlocken. Und die Bestuhlung vor der großen Bühne wird nicht verkauft, denn sicher werden rund um den Musterplatz auch künftig noch Veranstaltungen stattfinden. Den Kletterwald wird man dagegen vergeblich suchen.

Und Kerstin Thomä, eine der ersten Mitarbeiterinnen der Gartenschaugesellschaft, wird wohl auch die letzte sein. Unter ihrer bewährten Leitung laufen die Restarbeiten ab. "Bis Ende Januar", setzt sie als Ziel, "sollte alles unter Dach und Fach sein." Bis dahin wird die Gesellschaft noch einen Bildband mit Gartenschau-Erinnerungen herausgeben. "Ein Bildband mit 2000 bis 3000 Fotos querbeet", beschreibt Frau Thomä das Buch. ina