Ausgrabungen: Wasserstelle und Tresor entdeckt

Die Ausgrabungen auf der Markstraße in der Plauener Innenstadt haben einen alten Brunnen und einen Tresor ans Tageslicht befördert. Beide Fundstücke geben den Archäologen derzeit noch Rätsel auf. Die aufwendige Spurensuche stehe noch am Anfang.

Bei der entdeckten Wasserstelle haben die Forscher noch keine genauen Erkenntnisse, wann der Brunnen gebaut wurde. "Er hat sein Alter noch nicht preisgegeben", sagt Dr. Christoph Heiermann vom Landesamt für Archäologie in Dresden dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. Um das Geheimnis zu lüften, wollen die Experten nun an die Füllung des Brunnens und sie herausholen. Mit Hilfe von Keramikteilen oder anderen Fundstücken will man dem Alter näher kommen. Wann die Wasserstelle genau gebaut wurde, wird der Inhalt vermutlich auch nicht vollständig verraten. Denn er gibt eher Auskunft, wann das Loch wieder zugeschüttet wurde. Früher sind die Brunnen gerne als "Abfalltonnen missbraucht" worden, so Heiermann. "Brunnen sind nicht selten auf innerstädtischen Parzellen."

Der aufgetauchte Tresor befindet sich inzwischen in Dresden. Hier soll der Würfel in den nächsten Wochen von Spezialisten "aufgebrochen" werden. Eine Überraschung befürchtet Heiermann nicht. Vier ähnliche Tresore sind auch in Dresden bei Ausgrabungen gefunden worden. Meist kamen alte Akten zum Vorschein, die durch einen Brand vollständig verkohlt wurden. Bei der Zerstörung der Häuser seien die Tresore durch die Böden gebrochen und im Keller liegen geblieben, sagt Heiermann. "Das könnte durchaus auch in Plauen so sein."

Lagern im Marktstraßen-Tresor nur unbrauchbare und alte Bankunterlagen, oder steckt doch mehr in dem total verrosteten Tresor, der sich in einem sehr schlechten Zustand befindet? Geklärt werden muss auch, ob es eventuell noch Besitzansprüche an dem noch verborgenen Inhalt gibt. "Das lässt sich über alte Adressbücher machen", so Christoph Heiermann. Die Kosten für die Ausgrabungen schlagen mit mehr als 64 000 Euro zu Buche. Übernehmen muss die Summe die Wohnungsbaugesellschaft Plauen (WbG). Hier wurde allerdings mit deutlich weniger gerechnet. Das städtische Unternehmen will ein Wohn- und Geschäftshaus errichten.