Ausbildungsmesse 2014 in Plauen: Berufe vor der Haustür

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In der Festhalle konnten junge Leute am Donnerstag mit allen Sinnen den Job fürs Leben erkunden - man durfte zuhören, zuschauen, anfassen, kosten und sich selbst ausprobieren.

Plauen - Die Unternehmen in der Region haben die Zeichen der Zeiten erkannt und rühren die Werbetrommeln, um die Fachkräfte von morgen zu finden. Eine gute Möglichkeit dafür boten am Donnerstag die Arbeitsagentur und die IHK-Regionalkammer, die zum nunmehr dritten Mal gemeinsam eine Ausbildungsmesse in der Festhalle auf die Beine stellten. Hier konnten die Unternehmen kostenlos ihre Stände aufbauen und zeigen, warum es sich für die hiesige Jugend lohnt, im Vogtland zu bleiben.

Denn es gibt sie, die Berufsperspektiven direkt vor der Haustür. 113 Unternehmen haben sich Schülern, Eltern und Lehrern, mit 140 Ausbildungsberufen in der Region vorgestellt. Und dabei mausert sich die Messe immer mehr zu einem Ort der Berufsorientierung, bei der alle Sinne angesprochen werden. Und weil man den Mitarbeitern der einzelnen Unternehmen die Freude an ihrer Arbeit anmerkt, können sie begeistern.

Klar sind auch Schlüsselbänder, Gummibärchen, Kugelschreiber oder frisch zubereitete Warps gute Argumente. Immerhin hat letztere Rufus Schön als Koch-Azubi im IFA-Ferienhotel Hohe Reuth in Schöneck für die Messe gefertigt und sie gingen weg wie nichts.

Einen besonderen Hingucker hatte Julia Röder, Personalreferentin bei GK Software aus Schöneck dabei: eine historische Kasse. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft Softwarelösungen für Kassen- und Bezahlsysteme für den Einzelhandel und will Industriekaufleute sowie Fachinformatiker ausbilden.

Lecker, wiederum urteilen Michelle Meier und Hanna Kuhn, als sie Produkte vom Lebensgarten Adorf probierten. Michelle interessiert sich für Berufe in der Metallbranche. Hanna hat es mehr das Gesundheitswesen angetan. Max Fiebig absolviert zurzeit eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme und suchte bei der Messe gezielt nach Ausbildungsplätzen. Am Stand der Wernesgrüner Brauerei wurde er von Personalteamleiterin Christel Höllig beraten.

Die Firma Pongs aus Mühltroff mit 160 Mitarbeitern und hochwertiger Textilproduktion bildet jedes Jahr Lehrlinge in unterschiedlichsten Berufen aus. Aktuell hat das Unternehmen 18 Azubis. Weitere werden gesucht. "Deshalb sind wir zum vierten Mal auf der Messe dabei", sagte Betriebsleiter Jürgen Nitsche. Er bedauert, dass von den sieben Ausbildungsberufen in seinem Unternehmen die technischen das geringste Interesse finden.

"Total zufrieden" mit seiner Entscheidung, bei Pongs zu lernen, ist Josef Zimmermann. Der 20-Jährige aus Gera lernt im dritten Jahr Industriekaufmann und war durch seine Schwester, die auch in einem Mühltroffer Betrieb ihre Lehre absolvierte, auf das Vogtland aufmerksam geworden. "Ich hab' mein großes Los gezogen", schwärmt er am Stand auch den interessierten Siebt- bis Zehntklässlern vor. Dass sich wieder mehr junge Leute für eine Ausbildung in der Textilbranche interessieren, freut auch Berufsberater Siegmar Degenkolb von der IHK Plauen.

"Unser Anliegen ist es, die Angebote zur Berufsorientierung möglichst kompakt an einem Ort zu bündeln", sagte Arbeitsamtschefin Helga Lutz, die seit Juli wieder in Plauen das Zepter führt. Sie hatte vor sechs Jahren die Idee zu der Messe und auch mit ihrem Amt den Anfang gemacht, bis drei Jahre später die IHK hinzustieß.

"Das kommt den Schülern und ihren Eltern zugute, die sich einen sehr guten Überblick zu den betrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region verschaffen können", betont sie unisono mit Herbert Pscherer von der IHK.

Wer neben einen Rundgang auch Lust auf die Antwort zu Bewerbungsfragen hatte, war bei den Workshops "Bewerbertraining" der Wirtschaftsjunioren Plauen-Vogtland genau richtig. Wem noch ein Bewerbungsfoto für seine Mappe fehlte, konnte sich von Fachleuten stylen und vom Fotostudio Dörfel ablichten lassen.