Ausbaupläne für Plauener BA auf Eis

 

Plauen - "Die Zukunft der Staatlichen Studienakademie Plauen erscheint mir hoffnungsvoll." So hatte die Sächsische Kunst- und Wissenschaftsministerin Sabine Freifrau von Schorlemer am 6. November 2009 geurteilt und die tiefe Verwurzelung der Plauener Bildungsstätte im Verbund der Berufsakademien Sachsens (BA) herausgestellt.

 

Weiterhin titelte damals das Ministerium anlässlich des zehnten Jahrestages der Akademie: "Die Plauener Berufsakademie ist aus dem Studienangebot in Sachsen nicht mehr wegzudenken." Alle Zeichen standen beim Besuch der Ministerin in Plauen auf "grün", der Weg zum Ausbau des einstigen Gefängnisses am Amtsberg und das Erweitern der Kapazität auf dann 600 Studierende werde rasch frei sein. Doch nun klemmt die Säge. Das in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium erarbeitete Konzept einer sowohl räumlichen als auch inhaltlichen Erweiterung liegt bei einem anderen Ministerium, dem der Finanzen, vorerst auf Eis.

Die Zeit läuft davon "Nicht vom Tisch" aber "in der Warteschleife" befände sich das Vorhaben laut Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. Finanzielle Engpässe seien derzeit im Ministerium zu schultern. Doch sowohl der Studienakademie als auch den Dozenten, potentiellen Studenten und Vertragspartnern aus der freien Wirtschaft läuft die Zeit davon. Schließlich müsse schnellstens für alle Seiten Planungssicherheit erreicht werden, ist auch der kommissarische Direktor der BA, Dr. Anton Schlittmaier überzeugt. "Auch wenn wir derzeit nicht genau wissen, wohin der Weg gehen wird, der Studienbetrieb läuft weiter wie gehabt." Parallel dazu würden die Ziele des Zukunftskonzepts im Rahmen der Möglichkeiten weiter voran geführt.

Dazu gehört auch der bereits eingeleitete Genehmigungsweg, den Studiengang Handel und Internationales Management in zwei differenzierte Studienrichtungen aufzuteilen. Neu und bisher einzigartig in Sachsen soll bereits ab Oktober 2010 die Studienrichtung Außenhandel und Internationales Management gelehrt werden. Interessierte potentielle Studenten und Praktikumsbetriebe stehen bereits in den Startlöchern. Doch der Studiengang ist noch nicht genehmigt.

Der Vogtland-Anzeiger wollte vom Wissenschaftsministerium wissen, inwieweit Ministerin von Schorlemer ihren Einfluss auch im Finanzministerium geltend macht. Pressesprecherin Annett Hofmann bestätigte, dass die Anträge zum Ausbau der BA Plauen tatsächlich beim Finanzministerium lägen. "Dort liegt auch die Zuständigkeit für Fragen des Hochbaus, doch natürlich stimmen sich die beiden Ministerien ab. Generell gilt aber, die Ausbaupläne müssen sich in die Strukturen des Studien- und Wissenschaftsstandortes Sachsen insgesamt einfügen." Dass dies so ist, daran dürfte es keinen Zweifel geben, nimmt man Frau von Schorlemer beim Wort vom November.

Den neuen Studiengang betreffend teilte Hofmann mit, dass es vor der Einführung gesetzlich vorgeschrieben sei, Inhalte fachlich zu prüfen und zu bestätigen. Das träfe auch auf die Richtung "Internationales Management" zu. "Diese lobenswerte Idee wird derzeit in der Studienkommission Wirtschaft sorgfältig geprüft.

Prüfung dauert bis Sommer Dazu gehört unter anderen die Erarbeitung der Studienpläne, Module sowie Studien- und Prüfungsordnung, für deren Inhalte die Studienakademie Plauen selbst die Vorleistungen erbringen musste. In der Studienkommission sitzen als Akademie übergreifendes Gremium Dozenten der Studienakademie und Praxispartner an einem Tisch, um das Angebot zu prüfen und zu bewerten." Wichtig sei es, dass sich das Angebot an der regionalen Wirtschaft ausrichte, was die Stärke des Erfolgsmodells BA darstelle. "Wir gehen davon aus, dass die Prüfung bis zum Sommer abgeschlossen sein wird", so Hofmann.

SPD-Anfrage im Landtag Auch die SPD will in einer kleinen Anfrage von der Sächsischen Staatsregierung wissen, wie es mit dem Ausbau der BA Plauen weitergeht. Der Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz, der die Anfrage veranlasst hat, erklärt hierzu, dass es in den vergangenen Jahren einen großen politischen Konsens zum Ausbau der Staatlichen Studienakademie Plauen gegeben habe. An dieser Stelle zu kürzen, richte in der Region großen Schaden an. Wer an Bildung spart, spare am falschen Ende.  mam