Augen, wohin das Auge blickt

Auerbach - Augen, wohin das Auge blickt. Das ist wohl das erste, was dem Betrachter von Tino Rex? Bildern ins Auge fällt. Und den Augen, gemalt in Öl oder Acryl-Technik, wiederum entgeht das Interesse der Menschen an den großformatigen und großzügig gemalten Bildern des Rodewischer Künstlers nicht, der seit Donnerstag im Auerbacher Sparkassengebäude auf drei Etagen ausstellt. Sehen und gesehen werden.

"An den Augen erkennst du den Menschen, siehst, ob jemand einen offenen Blick hat", fällt Tino Rex zu dem Körperteil ein, dem er die größte Aufmerksamkeit widmet. Mit wachem Blick begegnet einem Oleg Popov, das Kindheitsidol des 43-Jährigen, staunend die Augen eines Mädchen mit Katze, ausdrucksstark die seiner Frau Katja, weltabgewandt und starr die der "Generation Handy" Zugehörigen. Letzteres ein kritisches Bild im Riesenformat, das sich mit der kompletten Technisierung der Gesellschaft beschäftigt. "Handys schaden der Kreativität", hat Rex, Kunst-Lehrer an einer Greizer Schule, im täglichen Umgang mit seinen Handy-infizierten Schülern erkannt.

Mit seiner Ausstellung in der Sparkasse gibt Rex selbst Ein- und Rückblicke in die letzten zehn Jahre seines Schaffens. Eine Retrospektive sozusagen. Seine Leidenschaft vom Acryl wurde mittlerweile abgelöst für die neue fürs Öl. "Mit Öl kann ich die Bilder mehr ausarbeiten, das macht mehr Spaß", bekennt er.

Ansonsten werden langjährige Beobachter erkennen: Rex ist sich treu geblieben. Der große Mann mit Zopf mag es selbst großzügig, bisweilen globig und kantig. Das Klein-Klein des Details ist nicht sein Ding. Ihm kommt es aufs Wesentliche an. Minimalistisch daher auch seine Porträts und Landschaften. Mit nur wenigen Strichen vermag er rüberzubringen, was ihn bewegt. Voller Vitalität, Kraft und Lebensfreude sind auch seine Farben. Das leuchtende Gelb eines Rapsfeldes, das Rot von Mohnblumen und ein in kräftiges Blau getauchter Abendhimmel ziehen die Blicke automatisch zum Bild. An der Steilküste Rügens ist für Rex der Himmel feuerrot, genauso wie Popovs Clownsnase und Sassnitz? Häuserkulisse schenkt Rex ein mystisches Leuchten.

Immer wieder ist es der Norden, vor allem die Insel Rügen, mit seiner maritimen Rauheit und seinen Menschen - einfachen Leuten, wie eben dem Kutter-Steuermann Paule, dem die Auerbacher als Holzschnitt wiederbegegnen. Beim Fischen im Norden, kann der passionierte Angler sich erholen, reflektieren, Kraft schöpfen, die er auf seine Bilder überträgt. Die Resultate sind noch bis 31. August während der Sparkassen-Öffnungszeiten zu sehen.  yze